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ei» Offertorium und ein Gradnale, bezeugen, das; er auf sei» Lieblingsfach,die Kircheuiuusik nicht vergas;. Im Novembcr entstanden noch zwei Lieder mitKlavierbegleitung aus de» Gedichten des Hafis in Hellas.
Der Herbst des Jahres 1855 lies; sich für das musikalische Wien rechtschlecht an. Hcrbeck, welcher aus seinen kleine» Reisen nun auch auswärtigeZustande kennen gelernt hatte, konnte Vergleiche zwischen den Verhältnissendeutscher Städte und jenen Wieu's austclleu, welche durchaus nicht zu Gunstender letzteren Stadt auSfielc». Obwohl ein abgesagter Feind von dem, wasKant „Ansländerei" nennt, musste er als scharfer Beobachter die Stagnationin der musikalischen Entwickelung Wieu's doch erkenne». Franz Abt war amBrnunschweiger Hoftheater als Hofkapellmeistcr eingestellt worden, und seinkünstlerischer Wirkungskreis wie seine pceuuiäre Lage liehen nichts zu wünschenübrig. „Wie bettclhaft gestellt" schreibt Herbeck an Abt'), „erscheint Ihnengegenüber ein Opernkapellmcistcr in Wien, Ucberhanpt bei Ihnen „draußenim Reich" geht's in der Kunst rege her; so lese ich von großartigen Jnstrn-mentalanfführnngen ans Ihr Veranstalte», wozu Sic LiSzt geladen. Bei unsist bis jetzt öffentlich Alles musikalisch todt! Keine Orchcsteranfführnngcn,
kein Quartett, 2 ) keine künstlerische Eclcbrität, nichts als Calamitüt!.
Die ätherische Musita wird bei uns von lauter Tritten und Stößen verdrückt!Gott bcsser's, wir hoffen drauf." Unter solchen Umständen, sollte man meinen,Hütte eine imperatorische Erscheinung wie LiSzt, welcher zur Dircction desMozartfestcs nach Wien gekommen war, mit Freuden begrüßt werden müssen.Allein dem musikalischen Handwerkcrthnm, das gewiß lieber einen der Seinenan der Spitze gesehen hätte, scheint ein Fcnergcist wie Liszt nicht in den Kramgepaßt zu haben. Han Slick, also wahrlich kein übermäßiger Verfechter der
Richtung Liszt'ö, läßt sich darüber folgendermaßen auS: ..mit dem
Augenblicke, als diese Berufung (LiSzt's durch den Gemcinderatb) beschlossenwar, und Liszt seine Bereitwilligkeit erklärt hatte, ihr Folge zu leisten, mit
diesem Augenblicke Hütte jede scheelsiichtige Regung schweigen sollen.
Liszt hätte vom Momente seines Eintreffens mit jener auSzcichncndcn Rück-sicht behandelt werden sollen, die man einem so bedeutenden und liebenswürdigenGaste schuldet."^) Das Fcstconeert am 27. Jänner 1856 brachte unter Liszt'sDircction n. a. den Pricsterchor „O Isis und Osiris", das eliss irnv ansdem Negnicm, die 0-moI1-Symphonie. Der Münner-Gesang-Verci», in dessenReihe» auch Herbeck war, sang mit. Herbeck stand, ebenso wie das Pnbli-enm, unter dem Banne des Meisters, der gefeiert wurde und des Meisters,der am Dirigcntcnpnlte wirkte. Hcrbeck lernte Liszt bei dieser Gelegenheitübrigens auch persönlich kennen — doch davon ein anderes mal.
y Brief vom November 1855. Anhang, S. 50.
y Dos erste Quartett H c llm csbcrg er fand in dieser Saison erst am 30. Dceem-ber statt.
y Hanslick a. d> Conccrtsaal. S- 110.