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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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ist dem Verfasser nicht bekannt. Herbcck spricht darin sein abfälliges Urtheilüber die Zusammensetzung der Liedertafel-Programme aus, die zu einer Ver-flachung des musikalischen Geschmackes führen müssen, welchem klebelstande aberdurch die Pflege des Volksliedes,das der deutschen edelste Geister mit ihrenzartesten Herzensfasern genährt, mit ihren duftigsten Gcistesblüthen ansgestattcthaben" wirksam entgegen gearbeitet werden könne.') Herbcck weist in dem Auf-sätze auf all' die Schätze, welche in Archiven vergraben ruhten und von denendas Wiener Publicum keine Ahnung hatte; auf die wundcrbareu, von Kunzund Silcher gesammelten deutschen Volkslieder, auf Schubert's herrlicheTouschöpfnugcn so voruehmlich hin, daß es von einer argen Verkennung desGuten und Schönen seitens der damals maßgebenden Personen zeugt, daß man,wie cs thatsächlich der Fall war, nicht an ernste Reformen dachte, sondern denhergebrachten Schlendrian duldete und großzog. In den WortenKrieg derGemeinheit in allen Formen" gipfelt die Tendenz jenes Aufsatzes. Dieser Spruchwar sein Losungswort als Künstler und Mensch. 2 ) Am 22. Februar entstandeinWanderlied", ei» kräftiger, im Marsch-Rythmns gehaltener Chor; am24. Februar der MünncrchorHußarcnlicd"; am 25. Marz ein Lied mitClavierbeglcitnng,Des frommen Landsknecht Morgcnlicd", eine eminenteAcußcrnng gesunden musikalischen Denkens und Fühlens; in der Zeit vom 16. bis28. Mürz arbeitete er an einer Einrichtung desZigeunerlebens" von Schumannfür Münncrchor mit vierhündigcr Clavierbcgleitung; ferner entstanden der ChorSchlacht bei Pavin", mit Begleitung von 2 Zinken oder Oboen, eine ArtStudie zu seinem berühmte»Landsknecht" am 28. Mürz; zwei einstimmigeLieder ans Lcnan'sAtlantiea" am 6. und 10. Juni; ein Münncrchor mitSoloquartett,Blauer Himmel wölbt sich" am 4. Juli. Im August trat ergemeinsam mit Stcgmcyer eine kleine Reise nach Steiermark an. In Maria-zell, wo er nach achtstündigem Gcbirgsmarschc am 23. August cintraf, spielteer die große Orgel. Von dort ging's über Graz nach Wien zurück, wo ergestärkt und erfrischt cintraf.-') Die im September entstandenen Compositionen:

tz Es möge hier die Wiedergabe des Programmcs einer vom Wiener Männer-Gesang-Vereine am 10. November 1855 abgehobenen Liedertafel am Platze sein.Hoch Oesterreich",Chor von Stnnz;Befreiung ans der Gefangenschaft", Solo nnd Chor von F. C. Fuchs;Chor ans Oedipns von Mendelssohn;Kriegers Heimkehr", Solognartctt mit Chor vonA. M. Storch;Polka Ständchen", Chor mit Pianofortc-Bcglcitnng von A. M. Storch;Abschicdstafcl", Chor von Mendelssohn;Orgie ans der Oper Gnttcnbcrg", Bafisolomit Chor, Komisches Quodlibet von Kunz.

2 ) In einem Auszüge, den er sich 1853 ans C. M. von Wcber's Schriften machte,

welcher n. A. auch die bekannte Parodie auf die Kapnzincrprcdigt enthält: ....Das Boll-werk des reinen Sanges ist gefallen, Italien ist in des Feindes Krallen" rc.läßt

Herbcck die Bemerkung cinfließen:Und dennoch glücklicher, dreimal glücklicher Weber!Verdi, Ricci, Capecclatro nnd wie sie alle heißen, ?ie Schmeißfliegen, die'das Bannerder himmlischen Kunst besudeln, sic haben zu deinen Zeiten noch nicht vcgetirt!"

3) Brief vom 23. August 1855, im Anhänge nicht abgcdruckt.