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aus welcher der Einfluß fremder Meister auf de» Componisten wohl nicht wcg-gelüngnet werden kau», die sich aber durch Einfachheit der Erfindung und einetreffliche Durchführung der Themen anszeichnct, im Jahre 1855 dem deutschenTonhalle-Verein in Mannheim, welcher eine Symphonie-Concnrrenz ausge-schrieben hatte; es ward ihm die Freude zu Thcil, daß ein ans L. Spohr,V. Lachncr und F. Hitler bestehendes Preisrichter-Collegium dieser Sym-phonie die „ehrende Anerkennung durch Belobung" anssprach. Das Werk wurdeübrigens nie ansgeführt.
Am 6. und 18. Juni entstanden die Männerchöre „Am Neckar, am Rhein"und „Waldruhe", dazwischen arbeitete er an einer Messe in 1? für gemischtenChor, Orgel und Streichquartett (nä liditnnr Trompeten und Pauken), die eram 25. Jnni vollendete. Diese Messe ist Hcrbeck's erstes bedeutendes Werk,dem entschiede» ein Anrecht ans bleibenden Werth zugesprochen werden muß.Seine Phantasie war diesmal ans ein Feld gerathen, dessen fruchtbringendesBebauen seiner schöpferischen Individualität vollkommen zusagte. Strenger Satzohne Pedanterie, ansprechende, niemals die Pietät verletzende Melodie und, trotzvieler glänzend colorirter Stellen, eine wohlthuende Einfachheit der angewandtenMittel zeichnen die Messe vor allem aus. Das ganze Werk ist klar und durch-sichtig gleich dem reinsten Krystall, und wie einem solchen auch Menschen, welchenicht Mineralogen und Krystallographen sind, denen aber nur ein ausgeprägterSchönheitssinn eigen ist, den Zoll der Bewunderung sicherlich nicht versagenwerden, so wird auch Herbeck's Messe in jedem edlen Menschen fromme,erhebende Gefühle erwecken. Sic wurde zur Feier der Eröffnung des Schul-cnrses im Jahre 1853 bei den Piaristen unter seiner Leitung aufgeführt. DasWerk war ihm mehr an's Herz gewachsen als manche seiner zweifellos bedeu-tenderen Schöpfungen; als Beweis dafür möge dienen, daß er im Jahre 1863,also zu einer Zeit, in welcher er seine älteren Compositionen schon miteinem gewissen kalt-kritischen Blicke betrachten mochte, die Partitur noch miteiner Holz- und Blechharmonie vermehrte und das Werk in das Repertoireder Hofcapelle anfnahm.
Im Herbste entstanden noch die Müniierchöre:
„Des Lehcnsmanns Abschied" am 19. November,
„Der Handwcrksbnrsche" am 21. November,
„Station Kahle" am 22. November,
„Das macht das dunkelgrüne Laub" (mit Soloqnartctt) am 27. December.Zu Ende des Jahres 1853 wurde Hcrbeck von Seite des JosefstädtcrKirchenmnsik-Vcrcincs unter schmeichelhaftester Anerkennung seiner Leistungen dieunangenehme Mittheilung gemacht, daß cs wegen „Ungunst der gegenwärtigenZeitvcrhältnisse" nicht mehr möglich wäre, die Koste» eines Chormeistersbestreiten zu können. So gering auch der Gehalt war, welchen ihm der Posteneintrug, so mußte Herbeck den Verlust desselben in seinen ziemlich beschränktenVerhältnissen doch bitter empfinde», aber noch viel empfindlicher als dieser