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das Buch stets bei sich trug und cs beinahe auswendig wußte. Eine Musik zu„Faust" zu schreiben, ist, aus nahe liegenden und oft erörterten Gründen, keineeinfache Sache: alle Komponisten, welche sich an diese Aufgabe heran wagten,vom Fürsten Radziwill angefangen bis auf Schumann, haben sie nur inunvollkommener Weise gelöst; der einzige Componist, welcher vielleicht im Standegewesen wäre, sie vollkommen zn lösen: Richard Wagner, hat sich mit der Com-position einer Fanst-Ouverture begnügt. Daß Herb eck, der junge, unfertigeEomponist dies nicht im Stande war, darüber kann wohl kein Zweifel herrschen;er selbst betrachtete seinen „Faust" als eine Jugendarbeit, welcher er in reifere»Jahre» gar nicht mehr gedachte. Das Werk besteht ans 13 Theilen, welche infolgender Reihe entstanden sind:
Am 9. März Die Ouvertüre,
„ 18. Mai Das Bauernlied „Der Schäfer putzt",
„ 4. Juli Der Soldatenchor „Burgen mit hohen Zinnen",
„ 26. „ In Anerbach's Keller n) „Es lebt eine Natt'",
ll) „Es war einmal ein König",
„ 2. August Bettlerlied, „Ihr guten Herrn",
„ 21. „ Chor der Engel „Christ ist erstanden",
„ 2. September Gretchen vor dem Bildnis; „Ach neige",
„ 20. „ Chor der Geister „Schwindet ihr dunklen Wölbungen",
(2. Bearbeitung, die erste cnstand in Münchendorf)„ 1. October Grctchens Stube „Meine Ruh' ist hin",
„ 25. „ Chor der Geister „Weh",
„ 20. November „Es war ein König in Thule",
„ ? Mephisto „Was machst du mir vor Licbchen'ö Thür", endlich
„ 16. März 1854 als Nachtrag noch ein Zwischenact für Orchester.Den Mannerchor „Burgen mit hohen Zinnen" brachte der Verein im Concerteam 18. Dccember 1853 zur Ausführung, und das sehr werthvolle Bettlerliedfand an einem Unterhaltnngsabende in Or. Panzer einen prächtigen Inter-preten. Es ist ein Stück von großer Wahrheit des Ausdruckes und von effect-voller Durchführung, so daß jeder gute Baßsängcr auch heute noch mit dem-selben sicherlich einen guten Erfolg erzielen dürfte. „Gretchen vor dein Bildnißder irmtsr ciolorosn", ein Stück von frommem bis zur inbrünstigen Leiden-schaft gesteigertem Ansdrucke, darf dem Bettlerliede zur Seite gestellt werden.Die beiden genannten Gesangstttcke scheinen wohl die werthvollsten Theilcder Fanst-Mnsik zu sein. In Druck erschien außer dem Soldaten-Chore')keine Nummer desselben. Am 16. October skizzirte er einen Chor im Volkston,„Ach Mädl, ich sag' Dir's", welcher am 8. November vollendet wurde. Baldnach Eintritt des Jahres 1853 arbeitete Herbeck an einer Orchestersymphoniein L-äur, welche er am 30. März vollendete. Herbeck übersandte die Partitur,
Y Wien bei Glöggl, derselbe Wied bei Aufzählung der musikalischen Bearbeitungen desFaust in dem Werke „Aus Weimars goldenen Tagen" von C. Z. Wenzel S. 76 erwähnt.
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