die hervorragendsten Gcsangskräfte des Vereines zn nennen, unter welche auch»och der Bnrgtheatcr-Schanspieler Stein gezählt werde» muß. Seines BassesGrnndgewalt war ebenso mächtig wie sein Durst, an welchem er auch zuGrunde ging, und wie sein unverwüstlicher, oftmals freilich wohl derber Humor.Ju humoristischer Beziehung leistete auch der viel feiner als Stein gebildeteOr. gur. Hippolit Kucißlcr, welcher unter dem Namen Erik Nessel schrift-stellerisch wirkte, Hervorragendes. Ueberhaupt brauchte der Verein nicht erstlange zu suchen, wenn er Männer bedurfte, welche die Feder tüchtig zu führenverstanden. Da war Friedrich Fricke, dessen dichterische Erzeugnisse manchesfeierliche Ereignis; im engen Kreise mit verherrlichen halfen, weiters der frucht-bare Josef Wehl, ein GelegcuheitSdichtcr par gxesllsmm, der humorvolleGrandjean, der stets ein lachendes Publicum fand, endlich — last notloast — Ludwig FoglLr, ein hervorragender deutscher Dichter, dessen poetischeErzeugnisse („Minnehof" rc.) ihm Wohl noch weit außerhalb der Mauern Wienseinen geachteten Name» errangen. Der engere Freundeskreis Hcrbeck's erfuhrgelegentlich seines Eintrittes in den Verein durch den Beamten im Staats-Ministerium Gustav Stockher, dessen administrative Tüchtigkeit der Körper-schaft sehr zu Gute kam und welcher, ein wahrer Freund, in guten und schlechtenZeiten unerschütterlich treu zu Herbeck stand, daun durch vr. Franz Scholz,welcher Hausarzt seiner Familie ward, einen kleinen aber werthvollcn Zuwachs.
Als Vorstand fnngirte der Advocat I)r. Franz Egger, ein Manu vonstrenger Rechtlichkeit und Ordnungsliebe, welcher, indem er später der Gesell-schaft der Musikfreunde unschützbare Dienste leistete, einen ehrenvollen Antheilan der Entwicklung des Musiklebens der Stadt Wien nahm.
Herbcck's Mitgliedschaft einer, den Münnergesaug pflegenden Körper-schaft begann bald einen Einfluß auf seine schöpferische Thätigkeit auszuttbcu.Am 5. Mai schrieb er einen MüuueLchor „Wanderlied" und machte sich balddarauf an die Composition einer Vocalmcssc in O-moU. Gemäß der Datenauf den vorhandenen Skizzen wurde die Messe, welche ein zweichöriges Benc-dictirs enthält, in dein ungefähren Zeiträume zwischen Mitte Mai und AnfangJuli vollendet. Unmittelbar nach Vollendung dieses Werkes führte er seinegeliebte Braut heim. Am 5. Juli um 8 Uhr Morgens fand in der kleinenCapelle bei St. Stephan die Trauung in aller Stille statt. Brautleute undZeugen waren dabei in gewöhnlicher Kleidung erschienen, und nach einem ein-fachen Frühstücke trat das neu vermählte Paar die „Hochzeitsreise" nach demnahe gelegenen Baden a». Nach mehrtägigem Aufenthalte daselbst kehrte Herbcckwieder nach Wien zurück; er lebte eben in beinahe kümmerlichen Verhältnissen,so daß eine Entfernung von dem Orte, wo er sich sein Brot hauptsächlichdurch Stnndengeben sauer verdienen mußte, auf längere Zeit unmöglich war.
Jetzt erfaßte ihn die Idee, eine Musik zu Gocthe's „Faust" zu com-poniren, wieder mit aller Macht. Gleich Berlioz war Hcrbeck von deinherrlichen Werke und der Idee, dasselbe zu vertonen, derart begeistert, daß er