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altägyptischen Cnltns, welcher in geschlossenen, von nndnrchdringlichen Manernumgebenen Pricsterschnlen gehegt und gepflegt wurde, vergleichbar, Nägcli'sSchöpfung aber mit dem christliche» Glanbcn in seiner Kindheit, wie Jesusihn lehrte: durch Worte und Wunder, die jeder hören und sehen durfte").
Die Schweizer Vereine standen nicht lange vereinzelt da. Die Kundevon den frohen Sangesbrüderschaftc» verbreitete sich bald über Schwaben undFranken, nndNägeli selbst, welcher sich inzwischen durch zwei Schriften („DieGcsangbildungslehre für den Mannerchor" 18l7 und „Die Chorgesangschnlc"1821), einen schöne» Namen gemacht hatte, agitirte, ans eigens zu diesemZwecke unternommenen Reise», lebhaft für die Gründung von „Sängerkränzen",wie, nach dem Muster der in Stuttgart 1824 gegründeten Vereinigung, diemeisten Liedertafel» im Süden genannt wurde».
Verhültnißmäßig spät fand der Männcrgesang in Oesten'eich Eingang.Or. August Schmidt, damals Red'acteur her Wiener Mnsikzeitung, versam-melte 1843 eine Schaar sangeslustiger Männer um sich, und in diesem Kreiseentstand der Gedanke, in Wien einen Männer-Gesang-Verein nach dem Musterder schon in Deutschland blühenden, zu gründen. I» Oesterreich wehte damalsein böser Wind. Die Negiernngsorgane betrachtete» jede freie Vereinigung vonMännern, welchen Zweck dieselbe auch immer haben mochte, als dem Staats-wesen gefährlich, kurz hochvcrrütherisch. „Die Regierungen fühlen", sagt derfeine Kenner politischer und socialer Zustände, Leo Wolfram (HofrathPrantner), „daß alles dasjenige, was an gemeinschaftliches Streben undHandeln gewöhnt, mittelbar oder unmittelbar die Freiheit fördert," und diesesGefühl scheint den StaatSkanzlcr Metternich mit Macht ergriffen gehabt zuhaben, als er, nach Vernehmung der Kunde von der Gründung eines solchenVereines in Wien, dem berüchtigten Polizeipräsidenten Scdlnitzky die lapidarenWorte zuricf: „Suchen Sie diese Pest Deutschlands mit aller Macht zu unter-'drücken"! 2) Angesichts eines solchen Widerstandes, welcher dem Wachsen desjunge» Vereines von einer absoluten Negierung entgegengesetzt wurde, darf esnicht Wunder nehmen, daß eine geraume Zeit verstrich, bevor derselbe eswagen durfte, mit einer Production vor das Publicum zu treten. Es war dieseine Sängerfahrt, welche der Verein am 22. Juni 1844 über Dornbach unddie Sophienalpe nach Hcinbach unternahm. Der Eindruck, welchen die kräftigenChöre auf die Zuhörer hcrvorbrachten, war ein mächtiger und nachhaltiger, undallgemein ward der Wunsch nach Wiederholung eines solch' frohen Festes laut.
Ans dem Charakter der ersten öffentlichen Production kan» man ersehen,daß der Wiener Männer-Gesang-Verein bei seiner Bildung nach dein Muster der„Liederkränze" vorging. Allmälig nahmen auch die norddeutschen „Liedertafeln",die Nachthcile ihrer Exclusivität einsehend, die süddeutschen Einrichtungen an,
>) Ein deutliches Bild der ersten Berliner Liedertafel gibt Zelter im Briefwechsel mitGoethe I. S. 352 f.
-) Bergt. A. Schmidt „Der Wiener Mannergesangverein" Wien 1867.
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