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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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innigen musikalischen Bortrag allgemeine Bewunderung. Do» Juan, Zauber-flöte, das Requiem re. spielte und saug er von der ersten bis zur letzten Roteaus dem Kopfe.

Die schöpferische Thätigkcit im Jahre 1850 war eine geringe. Es ent-standen nur einige Lieder und gegeii Ende des Jahres eine Miesse in ^.-uwUfür gemischten Chor, kleines Orchester und Orgel. Das Werk hat eine gutemusikalische Grundlage, welche Herb eck selbst anerkannte, indem er cs beinahe23 Jahre spater einer theilwcisen Umarbeitung zum Zwecke einer Aufführungin der Hofkapelle würdig erachtete.

In einer Familie, deren Kinder er unterrichtete, machte er die Bekannt-schaft eines würdigen Geistlichen, des Abba Fischer, eines classisch und gesell-schaftlich fein gebildeten Mannes. Er war ein Priester, wie man solche nurselten antrifft. Einen ihm angcbotcnen Bischofshnt schlug er aus, indem er esvorzog, i» stiller Zurückgezogenheit zu lebe», zu lehren und den Armen einWohlthäter zu sein. Fischer wohnte damals, wie man sich in Wien ausdrnckt,alsZimmerherr" bei einer ans Schlesien eingewanderten Familie, NamensHalstukcr. Die Familie, bestehend ans der Mutter, welche Witwe war, zweiTöchtern und dem kleinen Sohne einer schon früher verstorbenen Tochter,bewohnte einige bescheidene Appartements im Geringer'schen Hanse am Stock-imeisenplatz. Dieser Knabe, Namens Stephan Schaffner, war der Anlaß, daßHerbeck mit jener Familie bekannt ward. Abbo Fischer, welcher die Talentedes jungen Herbeck bald erkannt hatte, empfahl ihn der Familie Halstukcrals Musiklchrer für den Knaben.

Vater Hatstukcr, ein geborener Ungar, war nach Troppan übersiedelt,und hatte dort ein kleines Besitzthnm angetanst. Sein einziger Sohn Josefwar als vierzehnjähriger Knabe in ein österreichisches Hußarenregiment alsEndet eingetreten, und die kostspielige Soldatenlanfbahn des Jünglings warUrsache, daß die Familie nach dem Tode des Vaters ihr Besitzthum nicht mehrbeiznbehalten vermochte, dasselbe verkaufte und nach Wien übersiedelte, wo diebraven Töchter sich und die Mutter durch ihrer Hände Arbeit redlich ernährten.Der Bruder hatte böse Schicksale zu erdulden. Die unglücklichen Verhältnisse desJahres 1848 und die Mißgunst seines Obersten, der in Josef'S Braut verliebtwar, trugen Schuld daran, daß ihm ei» Hochverrathöprozeß anhängig gemachtwurde. Obwohl Josef durch seine seinen Umgangsformen und seine glänzendenLeistungen in der Kunst des Reitens in den höchste» Kreisen sich einer großenBeliebtheit erfreute und trotz der mächtigen Fürsprache eines Fürsten Liechten-stein beim jungen Kaiser Franz Josef endigte der Prozeß mit einer Verur-theilnng des Officiers zu fünsjähriger Festungshaft. Josef verbrachte die Straf-zeit auf der Festung Josefstadt, wo er mit Eifer die Theorie der Landwirthschaftsich eigen machte. Nach der Entlassung heiratete er seine geliebte Braut, welchefelsenfest ausgeharrt hatte, und kaufte sich in der Nähe von Kaschau ein kleinesGut, wo er glücklich und zufrieden seine Tage verbrachte.