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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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Obwohl Herbeck bei seinem Vater wohnte, H so konnte ihm dieser außerder kümmerliche» Wohnung nicht Vieles znm Lebensunterhalte bieten, und er wardaher wieder gezwungen, Lettinnen zu ertheilen, sei es iu der Musik, sei cs iuVolksschul- oder Gymuasialgegenständen. Das mag uuter Umstäudeu einemjungen Alaune von Nutzen sein, aber das altecioetzuäo cliseimus" trifft ebennicht in allen Fälle» zn. . Durch dieses elende Brod", sagt Haydn,

gehen viele Genie zu Grunde, da ihnen die Zeit zum Studiren mangelt, dieErfahrung treffe mich leider selbst, ich würde das wenige nie erworben haben,wenn ich meinen Cvmpositiouseifer nicht in der Nacht fortgesetzt hätte." DaHcrbeck bei Tag die Vorlesungen besuchen und Lettinnen ertheilen mußte, soblieb ihm zum Selbststudium nur die Nacht übrig. Die Befriedigung desSchnffenstricbes war damals aber durch diese Verhältnisse beinahe unmöglichgeworden. Freilich hatte das Stundcugebe» wieder die gute Seite, daß erdadurch Zutritt in Familien erhielt, in deren Kreis ihm die Ausübung seinerKunst gestattet ward.

Solchen Beziehungen scheint er die Bekanntschaft des fürstlich Schwar-zcnberg'schen Central-Archivars' Albi» Battista, welcher ein warmer Freundder Musik war, zn danken gehabt zu haben. I» seinem Hause herrschte einvornehmer, aber gemnthlicher Ton, wie er iu guten Familien des alten Wienhäufig auzutreffeu war. Battista's College»: Josef und Philipp Olschbauer,sowie der Sohn des letzteren, Karl, verkehrten im Hause, und HerbecksBekanntschaft mit diesem letztgenannten datirt aus jener Zeit. 3) Karl warschon ein gebildeter Teuorsäuger, dem eine weiche Stimme, verbunden miteinem verständuißiunigeu Portrage eigen war. Die Ausbildung seiner Anlagenführte ihn zu einer vollendeten Künstlerschaft, welcher er später in HerbecksConccrten Erfolge zu verdanken hatte, aus die mancher Säuger vom Fach mitStolz zurückblickeu könnte. Battista war mit Franz Schubert iu persönlichemVerkehre gestanden, und dessen unsterbliche Gesäuge hatten iu seinem Hauseeine Stätte aufmerksamer Pflege gesunde». Herbeck hat im Verkehre mit diesemManne Schubcrt's Genius iu seinem vollen Wertste erkennen gelernt, und indas Herz des Jünglings mag damals jener Funke der Begeisterung für desMeisters Schöpfungen gefallen sein, welcher bald zur Hellen Flamme empor-loderte. Battista schuf auch manches schöne Gedicht. Eines seiner Lieder:Könnt' ich ein Vöglciu sein" hat Herbeck in Musik gesetzt.

Herbeck verkehrte hauptsächlich mit den Familien Battista und Roux.Gustav Roux heiratete die Schwester seines College» Sylvester, eine bild-schöne Frau, die schon nach kurzer Ehe starb. Durch Sylvester wurde Herbeckbei Roux ciugeführt, iu dessen Hans, wie bei Battista, viel musieirt wurde.Hcrbeck erregte dort durch sein eminentes Gedächtnis; und seinen verstüuduiß-

') Er wohnte damals Stadt, Wlldpretmarkt Nr. 58t.

st Pohl, Haydn I, S. l28 und 382.

st Nach gütigen Mittheilnngcn des Sohnes, Herrn Adolf Battista.