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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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kurzen Zeiträume eines halben Jahres in eine» sonoren Baß verwandelt hatte,mag bei der Ausführung der Chöre auch kräftig mitgeholfen haben. SigmundSylvester erzählt, daß Herbeck bald »ach der Mutirnng ihm dieNegisterarie,In diesen heiligen Hallen" und andere schöne Baßarien mit einem Ausdruckeund einer Pointirnng vorsang, wie man sie in der Regel nur bei Sängernvon Beruf, die eine lange Schule und Praxis hinter sich haben, findet.

Nach Wien zurückgckchrt, bctheiligtc er sich fleißig an den von Notiergeleiteten sonntägliche» Aufführungen in der Kircheam Hof". Dieser Thätig-keit entsprang ein kleiner materieller Gewinn, da Notier dieselbe zum Anlaßnahm, für seinen ehemaligen Schüler die Verleihung des Althan-Nnhland'schc»Stipendiums von 35 Gulden CM. zu beantrage». Der Antrag wurde von dernicdcröstcrreichischen Landesregierung genehmigt, und Herbert verständigt,daß er den Betrag pro 1848 gegen gestempelte Quittung beim k. k. nieder-österreichischen Provinzial-Zahlamt beheben könne. Er übernahm dagegen dieVerpflichtung, an jedem Sonn- und Feiertage beim Hochamte, im Advent beider Normte und in der Fastenzeit beim Miserere am Chor zu erscheinen, undden Mnsikdicnst zu versehen'). Derselbe wurde durch die stürmische» Ereignissewährend der Revolution wohl öfter unterbrochen.

lieber Herbeck's Verhältnis zu dieser ist bald berichtet.

Im Alter von kaum siebzehn Jahren hätte auch ein Mensch von pronon-cirterem politischen Charakter, als Herb eck einen besaß, schwerlich eine bedeutendeRolle gespielt. Er stand mit seine» College» wohl in de» Reihe» der akademischenLegion, aber man weiß ja, daß die Thätigkcit derselben keine in die Verhältnissescharf eingreifende war. Bezüglich der persönlichen Erlebnisse Herbeck's ausdieser Zeit kann sich der Verfasser auf die Mittheilung einiger, von jenem selbstüberlieferten Episoden beschränken. Bei der Stürmnng des Landhauses in derHerrengasse stand er, ohne zu wissen, um was es sich handle, mitten unterdem schreienden und lärmenden Volke, während die ans den Fenstern des Land-hauses herausgcworfenen Trümmer von Tischen, Sesseln und anderen Möbel-stücken um ihn herum zur Erde fielen. Oft dachte er schaudernd an diese Scene,und cs erschien ihm immer wie ein Wunder, daß er mit heiler Haut davonge-kommen war. Auch stand er einmal im dichten Kugelregen auf einer Barricadeoder am Linienwallc, wobei einem Manne in seiner nächsten Umgebung derKopf vom Rumpfe hernntergeschossen wurde. Herbeck bewahrte trotzdem so vielSeelenruhe, daß er Muße fand, zu beobachten, wie der Körper des Mannesohne Kopf noch einige Sccnnden aufrecht stehen blieb und dann erst niederste!.Dagegen verließ ihn der Mnth, als er, mit einer schwachen Abthcilung patronil-lircnd, das Gerücht vernahm, daß die kaiserlichen Truppen die Stadt stürmenwerden. Er riß sammt seinen tapferen Commilitonen ans und verbarg sich ineinem Wirthshanse, dessen Besitzer so barmherzig war, ihm einen Hut zu leihen,damit er nicht mit der compromittircndcn Stndentenmütze nach Hause gehen müsse.

y Dceret vom 8. Jmü 1848, Archiv dcr k. k. nicdcrösterreichischcn Stattholtcrei.

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