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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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kreuzt), um, wie boroits orwähnt, die Studien bei Netter bis zum Späthcrbstcfortznsctzen. Im Octobcr trat er alsHörer der Philosophie" an der WienerUniversität ein 2 ), um sich für die eigentliche Hochschule vorzubercitcn. DiesenStudien machte zu Beginn des Jahres 1848 eine schwere Krankheit desJünglings vorläufig ein Ende.

Die häuslichen Verhältnisse waren verwirrte: die Mutter, sonst die Seeleeiner geordneten Wirlhschaft, war nicht zu Hanse, und der schwache Vaterwußte nicht, was er mit den Kindern anfangcn sollte. Das Mißbehagen überdie zerfahrenen Familicnznständc; die Anstrengungen, welche Studien unddaneben noch Stunden in den Elemcntargegcnstündcn, die der junge Manngeben mußte, um seine materielle Existenz einigermaßen zu verbessern, ihm ver-ursachten; endlich der Umstand, daß er seine» von Natur aus nicht sehr kräftigenKörper nur mangelhaft ernähren konnte: alle diese Factore» mögen znsammcn-gewirkt haben, daß ihn ein Ncrvcnfieber überfiel, welches ihn wochenlang an'SKrankenlager fesselte. Die Erinnerung an diese Zeiten war ihm eine solch'schreckliche, daß er nur ungern davon sprach. In deutlicher Erinnerung ist demVerfasser noch eine Neminisccnz geblieben, die Hcrbcck oft zum Besten gab.Als Student, erzählte er, kannte er das Gefühl des SattscinS nicht. Einmal er mit einem seiner College» einen ganzen Korb voll Holzbirnen auf, undeine» ganzen Bogen sogenanntesBischkotcn-(BiSgnit-)Papier" thatsächlich zuverschlingen, war ihm eine Kleinigkeit. Es ist begreiflich, daß diese Art derErnährung eines jungen Körpers leicht eine Todeskrankhcit herbciführcn kann.

Einige Fragmente aus einem Gedichte Herbeck's,Aus den Papiereneines Jünglings" überschnellen, welche die Drangsale seiner Kinder- undJünglingsjahre in rührender Weise schildern, mögen hier Platz finden:

Schon i» zarter Jugend Tagen,

Die zn Scherz und Spiel geboren,

Hatte Gott mich auserkorenBittre Leiden zn ertragen.

Was mußt ich so grausam büßen?

Welchen Fehl' hakt ich begangen,

Daß die Mutter von dem bangenKinderherzen mir entrissen?

>) Die Skizze eines an seinen Vater gerichteten Briefes lautet:

Liebster Vater! Hciligenkreuz IS. August 18-17.

Vergebens erwartete ich Sie schon durch volle 2 Wochen. Ich befinde mich gegen-wärtig in der größten Angst, da ich mir die Ursache Ihres Nichtkommcns nicht anderserklären kann, als daß Sic krank sind oder sonst ein llnglücksfall sich ereignet hat, was Gottverhüten wolle. Ich bitte Sic daher inständigst mich längstens bis Dienstag den 17. Augustabznholcn oder mich durch einige Zeilen ans meiner Ungewißheit zn reißen, weil ich sonstganz gewiß Mittwoch den 18. August in der Früh zn Fuß nach Wien gehe, und Siedessen ungeachtet noch einmal hcraussahren müssen, nämlich um sich bei H. H. Prälatenund Präfectc» zu bedanken und meine Sachen abznholcn.

Mit der."

2 ) Philosophie hieß damals der 7. n. 8. Jahrgang (soeumla und prima) des Gymnasiums.

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