endeten Leistung, ließ sich den Jüngling vorstcllcn und äußerte sich in einerderart schmeichelhaften Weise über sein Spiel, daß die Freude desselben darüberkeine Granzen kannte. Nachdem das Nntcrgymnasinm absolvirt war, mußteJohann, da am Kloster ein Obergymnasinm nicht bestand, die vierte undfünfte Elaste (sic hießen damals Humanitäts-Elasten) privatim beim PrüscctenNndolf absolvircn. Während dieser zwei Jahre durfte er sich ungehindert deinStudium der Musik hingebcn, und cs fallen in diese Zeit eine Reihe vonEompositioncn, deren durchgearbcitcte Form auf ein regelrechtes Studium dermusikalischen Theorie schließen läßt. Es sind dies mehrere Gradnale, Offertorienund eine unvollständige Messe in 6. Besonders interessant aber sind drei Ver-suche, für rein vocalcn gemischten Chor zu schreiben: „An die Natur", Gedichtvom Grafen Stolberg; „Nene Volkshymnc", Gedicht von Birnögger; „DasGrab", Gedicht von Salis. Die regelrechten Studien, deren Kosten der AbtKomarony bestritt, begannen zu Anfang des Jahres 1846. >) Johann kam zeit-weilig nach Wie», um seine Lcctionen zu nehmen, und arbeitete die aufgegebcnen,?6>i8a. in Hciligcnkreuz ans. Ganze Stöße von Stndienblättern zeugen von seinemimmensen Flciße und bewahrheiten wieder das schöne Wort Ciccro's: „Hnomnjor ösk in aniinis praostankin ob äivinior, 60 majors inäigsnt äikiAontin."
Sein Lehrer war Ludwig Rotier, damals Capellmeistcr in der Kircheam Hof in der inneren Stadt, der sich als Componist mehrerer, im strengenSthle gehaltener kirchlicher Compositioncn, welche eine Fülle schöner Gedankenanfweisen, schon bemerkbar gemacht hatte. Er hat dieses Feld, auf dem erBedeutendes leistete, bis heute nicht verlassen, was wohl als Beweis dafürgelten kann, daß er in jene Reihe, immer seltener vorkommcnder Musiker zuzahlen ist, welche nach dem Bcifallc der Welt nicht geizen, sondern die größteBefriedigung in stillem Schaffen finden. Die Studien wurden während derFerienmonate 1846, welche Johann in Wien znbrachtc, eifrig fortgesetzt, dannaber bis znm Beginne der Ferien 1847 unterbrochen. Im Spätherbstc diesesJahres fanden sie ihren Abschluß?).
Nachdem er am Obergymnasinm in Neustadt die Prüfungen mitglänzendem Erfolge abgelegt hattet), verließ er im August 1847 Heiligcn-
y Sein Lehrbuch war: Lehrbuch der allgemeinen Musikwissenschaft von Dr. GustavSchilling, Karlsruhe 1840. Auf der innere» Seite des Einbandes steht: „Au, 16. July1846 vom Hochwürdigstcu Herrn Herrn Edmund, Abtcn zu Heiligenkrcnz in Oesterreich n.St. Gotthard in Ungarn re. re. re. zum Geschenke erhalten.
Johann Herbeck,
Schüler der II. Humnnitäts-Classe im Stifts-Convicte zn Heiligen p."y Mittheilnng des Herrn Viec-Hofeapellmeisters Ludwig Natter,y Die Zeugnisse über die beiden letzten Semester lauten für alle Gegenstände mit Aus-nahme der Mathematik, welcher Wissenschaft er nicht sehr hold gesinnt war, ans „prima,eminenter".