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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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(Jänner 1884), ist ein tüchtiger Eontrapnnctikcr und Organist, der seinen Postenin der Kirche vollkommen ausfüllte *). Er legte dem Knaben ein Offcrtorinmvon Preindl mit dem Texte ,Via,8 tnns voiwins" vor, welches er mit einerNeinhcit der Intonation und einer Fertigkeit vom Blatte sang, daß alle An-wesenden entzückt waren. Wo er sich die musikalischen Grundlchrcu angeeignethatte, konnte nicht fcstgestcllt werden. Es steht zu vermuthcu, daß er schon inder Volksschule einiges in dieser Kunst prvfitirt, und daß Georg HellmeS-b erg er, die Talente des Knaben erkennend, ihm eine Zeit lang Unterrichtcrthcilte. Ans der Raschheit zu schließen, mit der er Instrumente spielen lernte,mag ihm das Studium des Gesanges keinerlei Schwierigkeiten bereitet haben.Alles war bei ihm mehr oder weniger Divination.

Nachdem Johann die Prüfung glanzend bestanden hatte, wurde er in dasEonvict aufgenommen. Im großen viereckigen Stiftshofe, gegenüber der Kirche,zu ebener Erde, befanden sich die Wohn- und Lehrzimmer für die Knaben. Dieseerhielten unentgeltlich Wohnung, Kost und uniforme Kleidung und wurden imSingen und im Biolinspicle, dann in den Normal- und Gymnasialgegenständenunterrichtet 2 ). Dafür mußten sie an jedem Sonn- und Feiertage beim musikalischenHochamte und bei allen übrigen kirchlichen Ecrcmonieu Mitwirken. Es warendamals ihrer sechzehn. Ihre Lebensweise war spartanisch streng. Blos miteinem leichten Kotzen bedeckt, mußten sic in den kalten Zimmern schlafen, durchderen schlcchtschließende Fenster der Schnee, vom Winde getrieben, nicht seltenDurchlaß fand. Herb eck erinnerte sich später noch oft des Umstandes, daß ermanchmal des Morgens den Schnee von seiner Bettdecke herabstrcifcn konnte.Die Convictisten versahen abwechselnd den Dienst des Weckers. Dieser mußteum 5 Uhr Morgens die Glocke lauten, und wenn er verschlief, so traf ihneine eintägige Fastcnstrafe. Das ist buchstäblich zu nehme», denn der Betreffendebekam nicht einmal einen Löffel Suppe. Zur Verschärfung der Strafe liesU. Rudolf denVerbrecher" nicht selten während des Mittagessens knien.Einmal geschah cs, daß ein solcher armer Knabe das Stück Fleisch, welchesihm von einem mitleidigen College» zngeworfcn worden war, ans Furcht, derPrüftet könnte etwas merken, rasch verschlang, und dieses ihm im Halse steckenblieb. Nur mit Mühe konnte der arme Teufel vom Ersticknngstode gerettet werden.

y Ein Bruder desselben, Franz, ein tüchtiger Baßsänger, war Mitglied des Hofopcrn-Thcgters nnd seit 1829 der Hofcnpclle. Kochel, die Hofeapelle S. 97. In den Anfführnngcnder Tonknnstlersocietät trat er in den Jahren 182832 sieben mal ans. Pohl, Socictät S. 86.Eine Johanna und ein Anton Lorschitzky waren Gcsangsschnlcr des Conseroatorinms.Pohl, Gesellschaft der Musikfreunde S. 143. Johanna trat auch vor die Ocfscntlichkcit,so in einem Conccrtc der Socictät im Jahre 1845, wo sic mit Standigl, Frau Hassclt-Barth re. in dem OratoriumNoah" von Prcyer als Solosängerin mitwirkte. Pohl,Socictät S. 75.

y Das Gynmasial-Convict wurde als Bildnngsanstalt genehmigt 1802, das Convictmit vier Classcn neu organisirt im September 1834. Anton Mäher, Geschichte der geistigenCnltnr in Nicdcr-Oestcrrcich. Wien 1878, S. 175.