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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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gelegene» Capitclhanse ruhen die sterblichen Ueberrcste von zwölf Gliedern diesestnnstliebenden und streitbare» Geschlechtes und zweier ans dem Hanse HabSbnrg.Vor allem füllt daö Grabmal des letzten Babenbergers, Friedrich des Streit-baren, welcher 1246 den Heldentod starb, ans. Sein Grabstein zeigt die liegendeGestalt des Herzogs im Waffcnrocke, seine Hände halten Schwert und Schild.Roher Vandalismus hat an diesem Denkmale das Seine gcthnn: cs wurdegelegentlich der Invasion im Jahre 1683 von den Türken arg verstümmelt.Kirche und Krcnzgang bieten uns den Anblick der reinsten gothischcn und roma-nischen Formen. Die Spitzbogengewölbe des formenreichcn Krenzganges, welcherein großes, einen Hof einschlicßendes Viereck bildet, ruhen an der Fenstcrseiteauf Sänlenbündeln, an der Manerseite ans säulenförmigen Eonsolen, und dieFenster enthalten geschmack- und schwungvoll ausgeführte Glasmalereien. Auchauf den Fenstern der an der Südseite gelegenen ncnneckigen Brnnnenhallebefinden sich herrliche Glasgemälde, welche theilweisc Ornamente, theilweisc dieBildnisse des herzoglichen Stifters, seiner Gcmalin und seiner sechs Söhnedarstellen. Sie werden von der Knnstgeschichte als die bedeutendsten Monumentedieser Art in Oesterreich bcurtheilt. Andere Knnstschätze bewahren das Dormi-torium in einer interessant gewirkten Votiv-Tapete, den heilige» Leopold mitseiner Familie darstellend, die Schatzkammer in einer prachtvollen Elfcnbeintafel,die uns den heiligen Gregor, am Pulte schreibend, zeigt, und die Bibliothek inmehreren Handschriften mit sehr interessanten Initialen und lebensvollen Bildernans dem 12. und 13. Jahrhunderte. >)

In diese, ihm völlig fremde Welt trat der kaum zwölfjährige Knabe ein.Der jähe Wechsel der Verhältnisse mag ihn nicht so tief berührt haben, wieandere Kinder, welche, von treuer Mutterliebe gehütet und gehätschelt, nunplötzlich unter Menschen treten, mit deren Herzen sie durch kein Band innigerZusammengehörigkeit verbunden sind. Die schon geschilderten Zustände im Vater-Hause mögen diese Annahme gerechtfertigt erscheinen lassen. Auch war derEmpfang, welcher ihm von Seite seiner nunmehrigen Erzieher zu Thcil ward,ein freundlicher. Der Abt Edmund Komarony, kaiserlicher Rath und Lnnd-stand, war ein liebenswürdiger, noch junger Mann mit sanften blauen Augen,wohlthütig und herzensgut. Er hatte wohl den Fehler zu großer Güte, oderwenn man will: es mangelte ihm an der für den Träger einer solchen Würdenöthigen Energie, hauptsächlich dem Präsecten P. Rudolf Fuchs gegenüber,unter dessen Aufsicht die Zöglinge des Klosters standen, und deren wahrerTyrann er war.

Im Aufträge des Präsecten mußte Johann sich einer Gesangsprüfnngunterziehen, welche von dem Organisten des Stiftes, Ferdinand Borschitzkyvorgenommcn wurde. Borschitzky, welcher heute noch im Stifte lebt, undkürzlich erst vom Kaiser mit dein goldenen Vcrdienstkrenze ausgezeichnet wurde

y Bergt. Archäologischer Wegweiser durch Nicdcröstcrrcich. S. kl ff.