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Johann Herbeck : ein Lebensbild
Entstehung
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lehren, denn die Werkeln spielten alle so falsch nnd das wäre doch noch dasbeste Werkel.')

Als Johann die oier Volksschnlclassen absolvirt hatte, ließ ihn der Vateram akademischen Ghmnasinm inscribircn, an welchem er zwei Jahre hindurchstndirtc. Neben der Lust zur Musik machte sich bei dem Knaben ein riesigerFleiß und eine außerordentliche Kraft des Gedächtnisses bemerkbar. Wie Herbcckselber oft zum Besten gab, war cs ihn: ein Leichtes, den Inhalt ganzer Buch-seite» nach zweimaligem Durchlesen auswendig herznsagen, und es bedurfte nurder Inaussichtstellung einesSchusterlaibels" (ein kleiner Laib ordinären Brotes)von Seite eines besser sitnirtcn College», damit Johann dieses Kunststück auchsofort producirtc.

Daß seine bedeutenden Anlagen vom Vater erkannt und gewürdigt wurden,beweist Wohl die Thatsache, daß er, der arme Schneider, ihn überhaupt studircnund nicht zum Handwerk erziehen ließ. Nach vorzüglicher Absolviruug der beidenuntersten Gymnasialclassen trat eine Wendung in den Schicksalen des Knabenein, welche einen bestimmenden Einfluß ans sein ganzes Leben nehmen sollte.

In den ersten Octobertagen des Jahres 1843 kam Johann über Ver-wendung Georg Hellmcsbcrger's als Gymnasialzögling und Süngerknabe indas Cistercienserstift Hciligcnkreuz. Georg Hellmesberger (geb. 1800) war einstensselbst Schüler und Sängcrknabc in diesem Stifte. Er kam nach Franz Schubert'sAustritt als Sängerknabc in die kaiserliche Hofcapcllc, genoß seine Ausbildungam Wiener Conscrvatorinm in den Jahren 18191821-), wurde nach seinemAustritte ans der Schule Adjunct, 1825 Titnlar-, 1833 wirklicher Professordes Violinspiclcs an dieser Anstalt"), 1825 trat er in die Hofcapelle als Mit-glied ein '), 1828 wurde er au Schuppanzigh's Stelle als Orchestcrdircctorins kaiserliche Hof-Operntheatcr berufen. ") Er nahm also schon in jungenJahren bedeutende musikalische Stellungen ein und erfreute sich als Lehrer wieals ausübender Künstler eines bedeutenden Nnfcs.

Wie Josef Hrbck zu der Bekanntschaft Hellmcsbcrger's gekommen war, .konnte nicht aufgeklärt werden. Wahrscheinlich ist es, daß der Vater selber aufdie schöne Stimme Johann's aufmerksam geworden, oder von anderen darausaufmerksam gemacht, den Knaben ohne jede Empfehlung ganz einfach zu GeorgHellmesberger führte, bannt dieser dessen musikalische Fähigkeiten prüfe. DerKünstler fand Stimme und Talent dcö Knaben so vorzüglich, daß er in Anbe-tracht des Umstandes, als der Vater nicht in der Lage war, für die musikalische

>) Nach freundlichen Mitthcilnngcn des Heren Landesgcrichtsrathcs Anton Schwarz.2) Pohl, Die Gesellschaft der Musikfreunde. Wien 1871. S. 148^-,-y Pohl, Gesellschaft der Musikfreunde. S. 127.ch Kochel, Die Hofcapcllc. S. 97.y Häuslich Geschichte des Conccrtwcscns. S. 232.