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Göttin als ein Sporn zu neuem Meiste, neuem Schafft», so daß jede neueGabe des Glückes, welche ihm zu Theil ward, nicht als ein Geschenk, sondern alseine Belohnung erscheinen muß. Alles was er erreicht, hat er redlich oerdient.
Seine Kindheit war, wie bemerkt, keine glückliche. Josef Hrbck bewohntezur Zeit der Geburt Johann's eine kleine Wohnung in der inneren Stadt, amFlcischmarkt Nr. 697.') Das Schneiderhandwcrk, welches er betrieb, hätte geradenothdttrftig seinen Mann ernähren können, aber für Weib und Kind reichte derkarge Verdienst nicht ans. Die Armuth wäre freilich noch zu ertragen gewesen,würde sic nicht in Verbindung mit einer anderen Calamitüt ausgetreten sein:dem ehelichen Zwiste. Josef's Gattin war ein vergnügungssüchtiges, leichtsinnigesWeib, Joses aber ein schwacher, energieloser Mann, welcher sich weder in derLage befand, die Mittel zur Befriedigung ihrer Launen zu beschaffen, noch ihrin irgend einer Weise zu imponiren. Bald gab eS Streitigkeiten im Hause, undals die ärmlichen Verhältnisse dem pflichtvergessenen Weibe endlich gar zu un-bequem wurden, ging es dem Gatten einfach davon und kehrte erst wieder zurück,wenn die Rückkehr eben opportun erschien. Josef war schwach genug, seiner Frauimmer wieder zn verzeihen, ja er nahm sic sogar nach längerer Trennung wiederans. Erst später erfolgte die definitive Scheidung der Eheleute.
Unter solchen Umstünden war von einer regelrechten Erziehung der Kinderim Hanse nicht die Rede, und die warme Fürsorge der Mutter, welche ans dieEntwicklung des Gemüthslcbcns eines Kindes einen so wohlthnenden Einflußübt, ward Johann nie zn Theil. Als fünfjähriger Knabe wurde er in dieVolksschule zu St. Stefan geschickt. Wahrend der freien Stunden blieb der Knabemeist sich selbst überlassen, wenn ihn der Vater nicht zu Bekannten auf Besuchmitnnhm oder ihn — was wohl nur Sonntags geschah — spazieren führte.
In der Familie des befreundeten Schneidermeisters Landauer, welcheram Universitätsplatze wohnte, lernte ein dort im Quartiere befindlicher StudentNamens Anton Schwarz, später k. k. LandcSgerichtSrath, den aufgewecktenKnaben kennen, und dieser hatte zn dem Jünglinge bald Zutrauen gefaßt. Aufgemeinsamen Ausflügen im Prater, während die Alten beim „Eisgrübl" oderbeim „Paperl" eingekehrt waren, verloren sich die beiden jungen Freunde in dieschönen Auen, wo sie alsbald Purzelbäume schlugen und allerhand Schabernaktrieben. Wenn Schwarz ein Lied anstimmte, so fiel Johann mit Heller Stimmeein: die erste Aeußernng seiner musikalischen Anlagen. Schwarz ertheilte demTöchterchcn seines Qnartierherrn Unterricht in den Anfangsgründen des Clavicr-spielcs, und Johanü fehlte bei keiner Stunde. Andächtig hörte er dem Geklimperdes Mädchens zu und bat endlich den jungen Lehrer, er möge auch ihn spielen
') Heutige Orientirnngsnummcr 6. Das Haus war damals im Besitze eines gewissenHeinrich Adnmbcrgcr, vermnthlich eines Verwandten der berühmten Schauspielerin AntonicAdambergcr, welche mit dem bekannten Gelehrten Joses Arncth, späteren Freiherr» vonArneth vermalt war. Es ist' heute im Besitze der Brüder Arncth.
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