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Johann Herbeck : ein Lebensbild
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in Wir» nngcstcllt,') später wurde er als Capellmcister an's Prager städtischeTheater berufe», in welcher Eigenschaft er nach im Grcisenalter thütig war.

Er starb am 22. April 1846 in Prag.^) Josef Triebcnsce war nicht blasei» ausgezeichneter Künstler ans der Oboe, er war auch ei» ziemlich fruchtbarerEampanist. Außer mehreren Quartetten und Quintetten, in welchen sein Instrumentobligat ist, hat er auch eine Operette,Der rothe Geist im Donnergebirge", welche1799 am Schikaneder-Theater in Wien zur Aufführung gelangte, componirt. ')

Einer solch' musikalischen Familie entstammte Josef Hrbek's Frau. DieEhe ward im Jahre 1826 mit einem Sohne, 1830 mit einem zweiten gesegnet,am 25. Dcccmber, dem Christtage des Jahres 1831, erblickte ein dritter,welchem in der Tags darauf vollzogenen Taufe der Name Johann gegebenwurde, das Licht der Welt. Im Jahre 1838 folgte den drei Söhnen noch eineTochter.

Johann Herbeck war also ein Sonntagskind in der vollsten Bedeutungdes Wortes, und an ihm bewahrheitete sich der alte Glaube vom Glücke solcherKinder. Nicht daß ihm das Glück etwa schon in der Jugend gclächelt, oderdaß er ans bequemen Pfaden den Gipfel jenes Ruhmes, dessen Lorbeeren schonin verhältnißmäßig jungen Jahren seine Stirne umkrünzten, mühelos erreichtHütte, im Gegentheile: unter recht mißlichen materiellen und moralischen Um-ständen verfloß seine Kindheit, und in den Lehrjahren hatte er unter den drückendstenVerhältnissen zu leide». Jede minder sittliche Natur wäre unter einem solchenJoche längst zusammcngebrochen, aber seine moralische Kraft vermochte demDrucke desselben Trotz zu bieten, und er ging ans diesem Kampfe schließlichals Sieger hervor. Bon dem Augenblicke angefangen, da er eine öffentliche Probeseiner Fähigkeiten gab, war ihm das Glück als treuer Begleiter zur Seite. Aberer war keiner von jene» Menschen, welche das Glück übcrmttthig macht oderihrem Streben ein frühes Ziel setzt; ihm galt jeder Huldbeweis dieser launischcn

>) Archiv des k. k. Landcsgcrichtes in Wien. Im Vcrlasscnschaftsactc heißt cs bei An-führung der Kinder wörtlich:Großjährig: H. Josef Tricdensee, Knpcllmcister beim H. Gf-Hninati, derzeit nllhier auf der Wieden nächst dem Theresianum im Gräfl. Hninati Gebäude."

2) Nene Zeitschrift für Musik. Leipzig XXXXV. Bd. S. 41 ff.

2) Sterbcrcgistcr der Pfarre Maria-Schnee in Prag.

ch Gerber, Rcncs Lexikon der Tonkunst, Leipzig 18121814. Art. Trübcnsec. Gerberführt die Zeit der Geburt Joses Tricbcnsce'sum 1760" an, ein ungenaues Datum, welchessowohl in Wurzbach's Biographisches Lexikon, als in Hanslick s Geschichte des Coneertwesensin Wien (S. 177 f.) übcrgcgangcn ist. Da nach Köchcl's Angabe Georg Triebcnsce 1753geboren sein müßte, so wäre cs unmöglich, daß der von Gerber als Baker Josef's genannteOboist am Rationalthcater mit Georg identisch ist. Da aber die Existenz eines dritten MusikersTriebensec nicht uachznwciscn ist, so mußte der Verfasser nothwcndigcr Weise an dem vonGerber angegebenen Verwandschafts-Verhältnisse zwischen beiden Musikern zweifeln. Dadurchward er bei seinem Rachsnchcn auf eine gänzlich falsche Fährte gebracht. Erst mit vielerMühe gelang cs ihm, den wahren Sachverhalt fcstznstcllcn, wobei ihm die praktischen Rath-schlägc des Herrn Eduard Seiß, städt. Liquidators in Pension, von großem Wcrthc waren.