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Frau P. B. liat in ihrer Mädchenzeit einen Scharlach durch- I al1 115gemacht und litt in Folge dessen an Naseneiterung, die erst in derMenopause abgeheilt ist. Seit ihrer ersten Menstruation (charakteristischfür Naseneiterung*) im 13. Lebensjahr litt sie an Dysmenorrhoe undbekam in ihrem 17. Jahr den ersten Magenkrampf, dessen Auftreten meistin deutlichem Zusammenhang mit der Menstruation stand. Uebelkeit,
Kolik, Schmerzen in der linken Schulter und anfallsweise Schmerzenvom Schwertfortsatz des Brustbeins ausgehend, bestanden ausserdem.
Alle diese Beschwerden, die der Kranken das Leben verbitterten, gingenspontan fort, als die Menopause eintrat. Dieses Glück dauerte aber nurein Jalir. Dann erschienen plötzlich die Magenkrämpfe wieder und mitihnen blutige Ausscheidungen aus den Genitalien, denen einigeTage lang blutig wässriger Nasen ausfluss vorangegangen war. DerCocainversuch an der Magenschmerzstolle**) (vorderes Drittel der linkenmittleren Nasenmuschel) war positiv. Die Extirpation dieser Stellewurde damals unterlassen. Im November 1894 und Mai 1895 kehrtendie Magenkrämpfe mit abermaligen Genitalblutungen wieder und wurdenim Mai nach mehrmals wiederholtem positiven Cocainversuch durch Ex-tirpation der Magenschmerzstelle dauerndbeseitigt. Cocainisirung der rechts-seitigen Gcnitalstellen in der Nase hat die Schmerzen am Schwertfort-satz aufgehoben, die dann einer dortigen Aetziuig dauernd gewichen sind.
Die Menopausenblutungen waren also wahre Menstruationen. Siegingen mit denselben nasalen Fernersclieinungen einher wie diese, undwaren übrigens auch von jener „nervösen“ Heiserkeit begleitet, welchedie Patientin früher bei jeder Kegel hatte.
Frau Cäcilie L.n, 52 Jahre alt, immer gesund gewesen, Fan HO
10 Kinder, 3 Aborte. Nur als Mädchen und vor 10 Jahren, wo dieEheleute den Coitus. reservatus übten, litt sie an Nasenbluten. Währendletzterer Zeit wurde • sie zu Paris in der Nase kauterisirt nnd derPraeventivverkehr wurde unterlassen. Vor zwei Jahren wurden diefrüher ganz regulären schmerzlosen Menses unregelmässig (0—8 Uoclien,bis 3 Monate Pause), dauerten bis 14 Tage, und nun stellten sichAnfälle von Arrhythmie mit Angst ein, die jeder internen Therapietrotzten. Die Anfälle wurden immer häufiger nnd kamen, als ich diePatientin am 2. December 1894 sah, schon seit Jahresfrist jedenTag, gewöhnlich nach der Mahlzeit. Dauer mehrere Stunden. Dabeiheftiges Luftaufstossen und grosse Angst.
Eine blosse Sondirung der Nase, wobei die stark geblähten Genital-stellen berührt wurden, brachte zum grossen Erstaunen der Krankeneine Pause in den Arrhythmie-Anfällen von einer Woche hervor.
Der nächste Arrhythmie- und Angstanfall am 9. December 189 i)wurde dem Cocainversuche (Gcnitalstellen beiderseits) unterworfen. DieNase blutete dabei sehr stark. In 15 Minuten war der Anfall beendigt.
*) Vgl. Fall 25 und 36.
**) Siehe Seite 109.