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Die Beziehungen zwischen Nase und weiblichen Geschlechtsorganen : in ihrer biologischen Bedeutung dargestellt
Entstehung
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V orwort.

Wenn der Verfasser den nachfolgenden Blättern einen Wunschmit auf den Weg geben darf, so ist es der, man möge in demgeschilderten Zusammenhang nicht lediglich eine Vermehrung un-serer Kenntnis von den Verrichtungen der Nase erblicken. Dennwichtiger als diese Vergrösserung des Wissens scheinen dieallgemeinen Gesichtspuncte, welche uns durch die neuen That-sachen eröffnet werden

Die Morphologen sind an die Anschauung gewöhnt, dass sehrverschiedenartige Formen sich durch Umbildung aus einem ein-facheren Grundtypus entwickelt haben. In den Schädelknochenumgebildete Wirbel zu sehen ist ihnen heute völlig geläufig.

Die Physiologie entbehrt einer analogen Betrachtungsweise,für deren Fruchtbarkeit die Entwicklung der morphologischen Wis-senschaft ein beredtes Zeugnis liefert. Und doch lässt sich an demBeispiel der Menstruation zeigen, wie sie den Typus zu mannig-faltigen Erscheinungen des Geschlechtslebens bildet, wie vor allenDingen der Geburtsact und das Wochenbett bis in die Einzel-heiten einem umgebildeten menstruellen Vorgang zeitlich unddem Wesen nach entsprechen.

Die Pathologie der Menstruation findet ihr Widerspiel bei derGeburt: derselbe Mechanismus und dieselben Bedingungen, welchefür die nasale Dysmenorrhoe gelten, beherrschen auch den echtenWehenschmerz*). Beide sind morphologisch besehen Homologa.

Von diesen Thatsachen wird die Physiologie nicht umhinkönnen, sich grundsätzliche Rechenschaft zu geben. Eben sowenig wird sie übersehen dürfen, dass die menstruelle Blutungdes Weibes der Ausdruck eines Vorganges ist, welcher beiden yGeschlechtern eignet und dessen Beginn nicht erst an die Pubertätgeknüpft ist.

*) Herr Geheimrath Olshausen hat mir in liebenswürdigster Weise er-laubt, das Material der Universitäts-Frauenklinik zur Prüfung des Wehenschmerz-versuches zu benützen und mich dadurch zu herzlichstem Danke verpflichtet.