Druckschrift 
Die Beziehungen zwischen Nase und weiblichen Geschlechtsorganen : in ihrer biologischen Bedeutung dargestellt
Entstehung
Seite
41
Einzelbild herunterladen
 

Full

Frl. L ... i H .... n, 23 Jahre:

Patientin ist früher in dreiwöchentlichen Zwischenräumen men-struirt gewesen. Sie hat vom Beginn der Eegel an (im 14ten Jahre) stetsan heftigen Kreuz- und Bauchschmerzen gelitten, welche den Blut-eintritt immer überdauert haben. Ausserdem war sie von häufigenBronchialkatarrhen und vielfachen Kopfschmerzen gepeinigt. Infolgeeiner schweren Diphterie, die auch die Käse befiel (im 12ten Lebens-jahre) bestand eine doppelseitige Siebbeineiterung.

Vom 24. Juni 1894 ab, wo zum letzten Mal die Periode er-schien, war Patientin amenorrhoiscli. Damals wurde die Kranke ausser-ordentlichen Aufregungen ausgesetzt, die sich in die nächsten Monatehinein erstreckten. Sie erkrankte an einer überaus schweren Anämie,gegen die sich Eisen, Arsenik, Ruhecur und Ernährungstherapie nurvon geringem Kutzen erwiesen. Besonders beunruhigend war eine dau-ernde Arrhythmie. Ausserdem bestanden sehr häufige Schmerzen zwi-schen den Schulterblättern,, am Kreuz und in den Hypogastrien,manchmalbis zum Vergehen heftig.

Die letzterwähnten Schmerzen erwiesen sich der Cocainprobe anden Genitalstellen der Nase unterthänig (30. Jänner 1894). NachAetzung derselben (Anfang Februar 1894) erschien am 12. Februardie menstruelle Uterusblutung ganz schwach. Doch erst als im Märzund April die beiderseitigen Siebbeinlabyrinthe eröffnet, ausgekratzt undausgeätzt waren, womit die Naseneiterung bis auf Spuren nachliess,kam die Periode in normaler Stärke und ohne die Rücken- und Bauch-schmerzen, welche vom Beginn der Pubertät an ihre steten Begleitergewesen waren. Die Patientin erholte sich nach der Nasenbehandlungausserordentlich. Auch ihr peinigender Kopfschmerz hatte fast aufgehört.

Dieses gute Befinden erlitt am 6. November 1894, wo Patientinvon einer Treppe stürzte, eine jähe Unterbrechung. Die Menses blie-ben aus, Kopf- und Rückenschmerz erschienen wieder. Die Anämietrat mit einem Schlage wieder auf. Die unteren Nasenmuscheln unddas rechte tuh. septi wiesen ausser der Blässe eine colossale Blähungauf. Therapie damals (16. November 1894) Electrolyse der beiden un-teren Muscheln und des tub. septi dextr. Zwei Tage darauf treten dieMenses ein, der Kopfschmerz und die Anämie verschwinden so schnellwie sie gekommen, und die Eegel ist wieder pünktlich (vierwöchentlich),im November, December, Jänner, Februar, März. Im April 1894 (Milch-cur wegen Ulcus ventriculi) bleiben die Menses abermals aus. Stattihrer erscheinen die Rückenschmerzen. Vier Tage nach dem vergeblicherwarteten Termin der Regel (17. April) wird wiederum eine Electro-lyse der unteren Muscheln vorgenommen. Zwei Tage später (19. April)tritt die Uterusblutung ziemlich stark ein und dauert 4 Tage.

Seit dieser Zeit ist die Menstruation ganz regelmässig, von nor-maler Stärke und ohne jede schmerzhafte Sensation vorhanden gewe-sen. Das Befinden der Patientin hat sich ganz erstaunlich gehobenund die Puls-Arrhythmie ist gänzlich gewichen.