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Bevor wir in der Betrachtung der Dysmenorrhoe weiter gehen,ist es zweckmässig, zunächst die noch restirende Geschichte der-jenigen Kranken kennen zu lernen, bei denen die Dysmenorrhoeerst im späteren Verlaufe des geschlechtsreifen Lebens erworbenwurde. Wir werden aus diesen klinischen Documenten einzelnewertvolle Anhaltspunkte für unsere späteren Erörterungen entnehmen.
An den Anfang stelle ich die Geschichte der einen erwähntenPatientin, welche schon im 11. Lebensjahre die entscheidendeStörung erwarb, in deren Gefolge dann die Menses von ihremBeginn an schmerzhaft wurden. Die Rechtfertigung dafür, dassdiese Kranke zur zweiten Gruppe gezählt wird, ist oben gegeben.
Die Geschichte der zweiten hierher gehörigen Kranken stehtim Capitel über Amenorrhoe. (Fall 36.)
Frl. Elsa II . . ck, Zeichenlehrerin, 28. Jahre. Faii25.
Die Kranke, welche in ihrer Kindheit Varicellen, Masern, Schar-lach, Typhus abdominal, und später Influenza durchzumachen hatte,ist nachweisbar ein Jahr nach dem Typhus, also 1877, an rechts-seitiger Kaseneiterung erkrankt. Von 1888 an steigerten sich die Be-schwerden (wesentlich Kopfschmerzen, die zum Tlieil rasend heftigwaren, und periodische Anschwellung der Wangen- und Augengegend).
Seit 1891 hat Patientin wahrgenommen, dass die Sehkraft des rechtenAuges abnahm; seit 1893 war sie rechts fast blind, was sie zuerstdadurch bemerkte, dass sie an Gegenständen, die sie fassen wollte,vorbeigriff. Die Prüfung der Sehkraft jedes einzelnen Auges ergab ihrdann das erschreckende Resultat. Bei seitlichen Wendungen des rech-ten Auges hatte sie, was früher schon vereinzelt vorgekommen war,jetzt stets Lichtblitze.
Am 4. December, wo ich sie sah, stellte ich ein rechtsseitigesKeilbeinempyem imd Neurit. retrobulbaris als Ursache ihrer Leidenfest. Eröffnung der rechten Keilbeinhöhle, Auskratzung derselben,Ausätzung mit Trichloressigsäure. Bei diesem letzten Act wurden auchdie hypertrophische Stelle am Tub. septi dextr. und die rechte untereMuschel mit dem Aetzmittel bestrichen.
Am anderen Tage bekam Patientin heftige Kreuz- und Leib-schmerzen „wie beim Unwohlsein“, das indess erst 14 Tage später zuerwarten war und auch dann erschien.
Es war zum grossen Erstaunen der Patientin diesmal völligschmerzlos, das erste Mal in ihrem Leben. Denn sie hatte seit ihrerEnwicklungszeit an sehr heftigen Leib- und Kreuzschmerzen und anMigräne bei der Menstruation gelitten, die übrigens 6 bis 10 Tage zu
Flies s. Die Beziehungen zwischen Nase und weiblichen Geschlechtsorganen. 3