28
zen, welche in geringem Grade auch zu den dysmenorrhoischenBeschwerden gehörten. Auch diese Schmerzen sind dauernd ver-schwunden.
Fall lg. Frau N. H . . sch (Vierzigerin)
leidet seit ihrer Mädchenzeit an Dysmenorrhoe, die sich auch nachder Geburt ihres Sohnes nicht vermindert hat. Heftige Bauch- undKreuzschmerzen, Migräne. Sobald das Unwohlsein, das 6—8 Tagedauert, dem Ende nahe ist, treten jedesmal Schmerzen an dervorderen Seite der Oberschenkel auf, die sehr lästig sind. Es bestehteine chronische Metritis.
Wegen der sich im Lauf der Jahre immer mehr häufenden Mi-gräneanfälle war im December 1892 und im Jänner 1893 die Naseder Patientin erfolgreich behandelt und u. A. waren die Schwellkör-per der beiden unteren Muscheln und die Tubercula septi galvano-kaustisch geätzt worden.
Am 1. Februar 1893 tritt das Unwohlsein gänzlich ohne Be-schwerden ein; auch die consecutiven Beinschmerzen fehlen.
Dieser günstige Zustand hat sich bis heute, also über 3 Jahreungeschmälert erhalten.
Fall 19 . Frl. Pf.f, Schneiderin, 37 Jahre.
21. März 1893. Die Patientin, welche vor einigen Jahren anmonatelangen Schmerzen im rechten Hypogastrium gelitten hat, klagtseit 1 Jahre über Stuhlverstopfung und zunehmenden Kopfschmerz,der seit 8 Tagen permanent geworden ist. Daneben sind Schmerzenan den Spitzen beider Schulterblätter, am Schwertfortsatz des Brust-beines, in beiden Hypogastrien und im Kreuz aufgetreten, es bestehtHerzklopfen, Appetitlosigkeit und allgemeine Mattigkeit. Der Beschrei-bung nach ist dieser Zustand die Folge einer vorausgegangenen Influ-enza. Eine genaue körperliche Untersuchung gibt keinen Anhaltfür irgend welche anatomischen Veränderungen. Auch in den Geni-talien nicht. Da eine Cocainisirung beider unterer Muscheln und bei-der Tubercula septi alle Schmerzen nach etwa 8 Minuten zum Auf-hören bringt, so werden Aetzungen an den cocainisirten Stellen vor-genommen, in Folge deren die Patientin nach einer Woche völligbeschwerdefrei ist. Im Juli 1893, wo ich Erl. Pf. zufällig sprach, er-fuhr ich, dass die dysmenorrhoischen heftigen Erscheinungen (Bauch-und Kreuzschmerzen) an denen sie seit Beginn der Entwicklung gelit-ten habe, seit jener Nasenbehandlung im März völlig verschwundenseien. Eine jetzige Erkundigung ergibt, dass auch bis heute nocli keineSpur der früheren allmonatlichen Schmerzen wiedergekehrt ist. Auchder Stuhl ist seit jenen Nasenätzungen ohne jede weitere Massnahmewieder regelmässig geworden.
F»H20. Frau G . . . . s W.n, 40 Jahre.
Ist seit einer Pockenimpfung im dritten Lebensjahre stets krankgewesen: Hautausschläge, Drüsenschwellungen, Lungenkatarrhe, lang-