Fall 15.
Frau B.n, 33 J all re.
Nach einem Erysipel vor 7 Jahren hat sie eine eitrige Infectionsämmtlicher Nebenhöhlen der Nase acquirirt. Der Eiter ist seit vorigem.Fahre stinkend. Die Nase mit einer colossalen Menge polypöser"Wucherungen und schwammiger Granulationen ausgefüllt. Kopfschmerzenvon immer steigender Intensität, und sehr heftige Dysmenorrhoe undMenorrhagie. Genitalbefund negativ. Nullipara.
In der Narcose werden die erkrankten Höhlen eröffnet undgründlich ausgekratzt (27. März 1895). Trotzdem ist die Behandlungzur Zeit noch nicht abgeschlossen. Der Eiter hat sich sehr vermindert,der üble Geruch ist bis auf geringe Beste verschwunden, die Kopf-schmerzen, die früher permanent waren, erscheinen nur noch selten.
Am 17. Juni 1895 (Dysmenorrhoe) wurde die Cocainprobe(beiderseits) mit durchaus positivem Erfolge angestellt. Die starkhyperplasirten Genitalstellen der Nase sind dann einer energischenElectrolyse unterzogen worden.
.Seitdem ist das Unwohlsein wieder schmerzlos geworden, und dieMenge des dabei ausgeschiedenen Blutes ist jetzt normal.
Die Behandlung der Nase hat noch öftere Trichloressigsäure-ätzungen bedingt, weil der Eiter hyperplastische Schleimhautentzün-dungen hervorbringt. Ohne diese nachträglichen Aetzungenwäre ein Becidiv der Unwohlseinsbeschwerden wohlmöglich gewesen. Erst mit dem völligen Versiegen des Eitersund mit dem dadurch gegebenen Aufhören jeder Beizung der Genital-stellen wird die Heilung unfraglich eine dauernde sein.
Frau A . . a K . . n, 26 Jahre. E
Nullipara. Im vierzehnten Jahre zuerst menstruirt, regelmässig,4 bis 5 Tage; geringe Kreuz- und Bauchschmerzen, die dem Unwohl-sein vorangingen und mit dem Bluteintritt nicht aufhörten. Seit 3Jahren verheiratet. Ein viertel Jahr nach der Ehe stellten sichausserordentlich heftige Schmerzen bei der liege] ein. Dieselben be-gannen ca. 5 Tage vorher und währten die ganze Zeit der menstruellenBlutung, die sich über 8 bis 14 Tage hinzog und allmälig recht be-trächtlich wurde. Am grössten war die Schmerzhaftigkeit im Kreuzund in der linken Bauchseite.
Ausserdem leidet die Patientin seit derselben Zeit an heftigenKopfschmerzen, die alle paar Tage anfallsweise erscheinen (meistlinks), an fortdauernder Uebelkeit, häutigem Erbrechen und Schwindel,täglichen Schweissausbrüchen und Herzklopfen. Arm- nnd Bein-sclimerzen, die vor einigen Monaten sehr intensiv aufgetreten waren,sind jetzt geschwunden.
Die Diagnose aus der königl. Universitäts-Frauenklinik lautete:Sterilitas. Anteflexio uteri. Endometritis dysmen. gland. exsudativa.
Da eine dort vorgenommene, etwa dreiwöchentliche Behandlung(Dilatatio und Curettement) sich erfolglos erwiesen hatte, wurde mirdurch die Güte des Herrn Dr. Ileuck, Assistenten der Frauenklinik, die