22
Fall 13.
Fall 14.
menorrhoisclien Schmerzen aufliörten. Und das geschah so plötz-lich, dass die Patientin, die mir, als vielleicht fünf Minuten ver-flossen waren, eben noch den Misserfolg der Procedur meldete,zwei Minuten später ihre früheren Angaben widerrufen musste.Die Schmerzen schienen fast wie abgeschnitten.
Fräulein J . . . y B . . . e, 25 Jahre, Sängerin.
Ist wegen Stimmbeschwerden in meine Behandlung gekommen.Doppelseitige Keilbeineiterung und eitrig inficirtc Rachenmandel. Durchchirurgische Behandlung geheilt. Ilat etwa seit Beginn der Stimmbe-schwerden (vor 4 Jahren) Dysmenorrhoe. Die Schmerzen überdauern denBluteintritt. Bald nach Entfernung der Bachenmandel und der Eröff-nung und Ausiitzung der Keilheinhöhlen, wobei Trichloressigsäure auchin die Nase floss, minderten sich die Schmerzen beim Unwohlsein ganzbedeutend (October 1894), traten aber bei den folgenden Menstruatio-nen noch jedesmal auf. Deshalb wurde am 28. Februar 1895 derCocainversuch angestellt. Nach Bepinselung der beiderseitigen unterenMuscheln und der tubercula septi hörten innerhalb 8 Minuten alleSchmerzen (in Kreuz, Hypogastrium, Beinen) auf. Jetzt erfolgte einesorgfältig localisirte energische Aetzung der nasalen Genitalstellen, undvon nun an sind nicht nur alle folgenden Perioden schmerzlos ver-laufen, sondern die Menge der Blutung ist beträchtlich reducirt. DieDauer der Menses beträgt jetzt zwei (statt früher sechs!) Tage. Auchist der Menstruationskopfschmerz fürder ausgeblicben.
Frau C. A.t, Gesanglebrerin, 35 Jahre.
Leidet seit einem Jahrzehnt unter den Folgen einer combinirtenNaseneiterung (rechtes Keilbein, linkes Siehbein und linke Kieferhöhle).Datirt auch ebenso lange ihre Dysmenorrhoe und Menstruationsmigräne.Die Schmerzen beginnen schon einen Tag vor Eintritt der Menses,sitzen im Kreuz und in beiden Hypogastrien und dauern noch1—2 Tage nach Eintritt der Kegel, die sich über eine Woche hin-zieht und mit sehr beträchtlicher Blutung verbunden ist, für die dernormale Genitalbefund (Nullipara) gar keinen Anhaltspunkt liefert.Die Kranke ist durch die sich immer wiederholenden Blutverlusteäusserst reducirt. Vom Herbst 1894 bis zum Frühling 1895 wird diePatientin durch Eröffnung und Ausätzung der erkrankten Nebenhöhlenvon der Eiterung nahezu befreit.
Der am 15. Januar 1895 doppelseitig angestellte Cocainversuchergab ein völliges Verschwinden der dysmenorrhoisclien Schmerzeninnerhalb 8 Min. — Darauf wird im März die systematische Electro-lyse beider Tubercula septi und beider unteren Muscheln vorge-nommen. Von nun an sind sämmtliche Schmerzen beim Unwohlsein wieausgelöscht. Der Blutverlust ist gegen früher minimal. Die Dauerdrei Tage.