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auch zwei Wahrnehmungen, die bereits auseinandergehalten werden,immer noch neben den verschiedenen auch gleiche Gefühle erwecken.Es wird z. B. das der Furcht gemeinsam bleiben, wenn auch viel-leicht mit Rücksicht auf die verschiedenen Methoden der Flucht ver-schiedene Untergefühle hinzugetreten sind. Zwei solche Vorstellungen,die nicht in allen, sondern nur noch in einigen erweckten Gefühlenübereinstimmen, sind, so meine ich, nicht mehr gleich, sondernähnlich. Auch scheint mir keine andere Erklärung der Ähnlichkeitfür alle Fälle auszureichen. Insbesondere gilt dies von ihrer Gleich-setzung mit partieller Gleichheit. Denn offenbar sind jene beiden Curven,die den Umfang zweier Ellipsen bilden, welche in Bezug auf die eineAchse übereinstimmen und in Bezug auf die andere um ein sehr kleinesStück verschieden sind, einander äußerst ähnlich, und dennochhaben sie schlechterdings kein Stück identisch. Man stellt deshalbdie Ähnlichkeit auch "wohl als eine letzte Thatsache hin; vielleicht wirdman es aber doch vorziehen, einen sich darbietenden Ausweg zu er-greifen, und einen solchen in der Auslösung gleicher Reactionen, undsomit in der Erweckung gleicher Gefühle zu erblicken. Hat doch schonWundt J ) zur Erklärung der Contrastassociationen denselben Wegbetreten, w r enn er sagt: »Die (associative) Verbindung durch Contrastberuht wahrscheinlich auf den an die Vorstellung gebundenenGemüthsbewegungen.«
Aber auch mannigfache Erfahrungen weisen in diese Richtung.Wie oft geschieht es nicht, dass uns ein Gesicht an ein andereserinnert, wir wissen aber nicht welches. »Es kommt uns bekanntvor.« Bei genauer Beobachtung wird man finden, dass dies aufeinem vagen, durch Worte kaum, und jedenfalls nur höchst abstractauszudrückenden Gefühle beruht. Umso gewisser, als diese Em-pfindung des »bekannt« meist schon auf den ersten flüchtigenBlick hin eintritt und also gewiss nicht auf einer genauen Betrach-tung der einzelnen Theile beruhen kann. Oft, wenn wir ein Gesichtauf der Straße nur eilig vorüberhuschen sehen, kommt über unswie ein Schlag die Empfindung: Das war etwas Bekanntem ähn-lich ! Und oft gelingt es erst nach längerem Nachdenken oder auchgar nicht, die Person zu eruieren, an die wir erinnert wurden, lnallen solchen Fällen wird man bemerken können, dass es sich umdas Anklingen einer bestimmten Gefühlsnuance handelt.
Dasselbe gilt auf anderen Gebieten, z. B. von den verschie-denen Arten des Witzes oder Stiles. Gar häufig bemerken wir, dass
') Wundt, a. a. O. pag. 20.