— «.)<) —
mehrere Anekdoten auf derselben Art des Witzes beruhen, unddoch würde es einer sehr umständlichen logischen Erörterungbedürfen, um die Gleichartigkeit nachzuweisen. Ebenso erscheinenuns die Stilarten zweier Autoren ähnlich, ohne dass wir die Ähn-lichkeit in Worten angeben könnten. Auch hier handelt es sich,glaube ich, in erster Linie um gleiche Gemiithsbewegungen. Ja, bis zuden Partikeln kann man dies herabverfolgen. Der gewiegteste Logikerwäre in Verlegenheit, wenn er definieren sollte, was Aber und Zwarbedeutet. Im Leben aber verbinden wir mit diesen Wörtchen gewisseGemüthserregungen, die ein Umschlagen oder Umbiegen der Ge-dankenverbindungen begleiten u. s. w.
Wenden wir das nun auf unsere Erage an, so ergibt sich:gerade die scheinbar abstractesten Gedanken lassen sich oft durchrelativ einfache Gefühle veranschaulichen. Nehmen wir z. B. denSatz: Tugend ist Glückseligkeit. Nun stelle ich mir z. B. eine Hand-lung opferwilliger Entsagung vor. Das Gefühl, das dabei auftaucht,ist die anschauliche Gesammtvorstellung, die jenem Urtheile ent-spricht, und indem ich an ihr die beiden Momente des Opfers unddes Glückes unterscheide, habe ich jenes höchst abstracte Urtheilveranschaulicht. Oder nehmen wir, um Begriffe zu verwenden, dieLocke für unanschaulich erklärte, den Satz: Fortitude is glory.Auch hier wieder kommt es nur darauf an, durch ein passendesBeispiel das Gefühl tapferen Stolzes zu erwecken: dieses Gefühl istdie anschauliche Gesammtvorstellung zu jenem Urtheil. Ähnlichesgilt von den allgemeinen Begriffen: Gerechtigkeit, Zorn, Kraft,Contrast, Schönheit, Hässlichkeit u. s. w. (Die letzteren Ähnlichkeits-relationen wird ja gewiss niemand auf das Princip der partiellenGleichheit zurückführen wollen. Oder welches Element wäre für alleschönen Dinge constantr) Und wir glauben, im allgemeinen sagenzu dürfen, dass gerade diese scheinbar höchsten Abstractionendurch Gemüthsbewegungen in ganz einfacher Weise der Ver-anschaulichung zugänglich sind, und auch in der That, wenn sichdie Gelegenheit ergibt, in solcher Weise veranschaulicht werden.
10. Wir gelangen endlich zu den Relationen des Nach-einander. Hier wird es mit den elementaren Thatsachen nicht andersstehen. Den Begriffen: früher, später, Wechsel, continuierliche Be-wegung etc. werden gewisse Muskelempfindungen und Thätig-keiten und diese begleitende Gefühle entsprechen. Aber hier istbegreiflicherweise der Spielraum für diese anschaulichen Repräsen-tanten ein eng begrenzter. Denn es können wohl die zeitlichen Be-
7 *