III. ABSCHNITT.
Satz und Urtheil.
1. Dass eine Einzel Vorstellung durch ein Wort vom Sprecherauf den Hörer übertragen werden könne, dies setzt eines voraus :dass nämlich die betreffende Einzelvorstellung zu einer Classe ge-höre, die durch ein bestimmtes einzelnes Wort bezeichnet wird.Nun ist es aber klar, dass nicht alle anschaulichen Vorstellungendes von uns so oft herbeigezogenen Einzelnen dieser Voraussetzungüberhaupt entsprechen können. Denn um dies zu können, müsstensie folgender Bedingung genügen: sie müssten ständige, in unsererErfahrung häufig .wiederkehrende sein. Dies aber ist — soweit derGesammtinhalt unseres Bewusstseins in Frage kommt — fast niemalsder Fall. Unser Bewusstsein ist in Wahrheit nicht mit einzelnen,sich gleichbleibenden Gegenständen erfüllt, sondern es umfasst miteinem Blicke eine Menge von Einzeldingen, und diese Einzeldingebefinden sich in unablässig veränderlichen Zuständen.
Wir wollen folgendes Beispiel der Erörterung zu Grunde legen.C begegnet auf dem Hauptplatze einer kleinen Stadt dem D, Awar Zeuge dieser Begegnung und wünscht dem B davon Mit-theilung zu machen. Seiner Erinnerung steht dieser ganze Vorgangals eine einzige anschauliche Vorstellung vor Augen. Er sieht imGeiste, was er vorher wirklich gesehen, den Hauptplatz mit seinemPflaster und seiner Häuserumrahmung, darauf den D und den C,aufeinander zugehend und sich die Hände schüttelnd. Wie soll erdiese einheitliche anschauliche Vorstellung in der Phantasie des Bwachrufen? Ein einziges Wort ist offenbar hiezu untauglich. Dennes gibt kein Wort, das diesen einmaligen, vielleicht noch nie da-gewesenen Vorgang bezeichnen würde. Wohl aber lässt sich diese