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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
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von einer Schwelle und Weite des Bewusstseins, von einer Kettevon Gedanken , von gewichtigen und leeren Gedanken etc. etc.,sondern alle diese und viele andere Ausdrücke bestätigen, dass einerfolgreiches Nachdenken sich in anschaulichen Repräsentationenbewegen muss. Hiezu vgl. Binet 1 ): »Trousseau sagte . . . dass ersich bei dieser Arbeit der Vergleichung (der Diagnose) deutlich jenerKranken erinnerte, die er seinerzeit während seiner Studienzeit imSpital gesehen hatte: er stellte sich ihr Aussehen und sogar dieNummern ihrer Betten vor.«

Aber noch eine zweite allgemeine Betrachtung drängt sichauf. Man sollte nämlich auf den ersten Blick meinen, der Menschkönne von einer gegebenen Anschauung nichts anderes abziehen,als was er mit seinen Sinnen wahrnehmen kann. Wir finden es des-halb sehr begreiflich, wenn von einem sinnlich gegebenen Wahr-nehmungsinhalt einmal die das Gesicht afficierende Farbe oderGestalt, ein andermal die den Tast- oder Muskelsinn afficierendeGlätte oder Härte abgezogen wird. Und wenn wirklich andereGrundlagen für die Abstraction nicht vorhanden wären, so könntegewiss nie eine Schwierigkeit obwalten, die eine abgezogene Sinnes-wahrnehmung durch andere, weggelassene zu ergänzen und einecomplete Sinneswahrnehmung herzustellen, welche für jede der vonihr abgezogenen Abstractionen als anschauliche Vertreterin gebrauchtwerden könnte.

Nun sieht man aber sofort, dass diese Auffassung des That-bestandes in doppelter Weise eine ungenügende ist. Denn, was dieVoraussetzung anbelangt, so ist eben der Mensch kein bloß sinn-lich anschauendes, contemplatives Wesen, sondern auch ein reactions-und actionsfähiges; und, was die Abstraction betrifft, so könnennicht bloß Oualitäts-, sondern auch Relationsbegriffe abstrahiert werden.Hieraus ergibt sich aber, auf welchem Wege wir überhaupt zu denRelationsbegriffen gelangen: nämlich durch Betrachtung der Wahr-nehmungsinhalte in Bezug auf unsere Reactionen und Actionen,d. h. Gefühle und Thätigkeiten. Und hierin liegt ein Fingerzeig, dassgerade die scheinbar abstractesten Begriffe anschaulich durch Ge-fühls- und Handlungsqualitäten vertreten werden können. Dieswollen wir nun im einzelnen näher betrachten.

8. Es ist wohl nicht allzu kühn, wenn man annimmt, dass dieRelationen des Nebeneinander, vorne und rückwärts, obenund unten, rechts und links, gerade und krumm etc. nach den ver-

*) Binet, a. a. O. pag. 133.