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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
Entstehung
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des Denkens. Näher: Je concreter dieser Gegenstand, destomehr wiegt das anschauliche Denken vor; je abstracter,desto mehr das-begriffliche. Aus der Fülle der Belegstellenführe ich nur folgende an. Locke 1 ): » Isuppose, that when zue makeany propositions w ithin our ozun thoughts about white or black, sweetor bitter, a triangle or a circle, zue can and often do frame in ourminds the ideas themselzies witkout rcflectihg on the narncs. Butzvhcn . . . about. . . man, vitriol, fortitude, glory, we usually put thenarne for the idea, because the ideas . .. be'ing for the most portimperfcct, confused and indetermined we reflect on the names . . .bccause they are more clear, certain and distinct and readicr occur toour thoughts than the pure ideas .« Wundt 2 ): »Wer . . . gar solcheBegriffe wie Leben und Beseelung, Materie und Substanz zu ein-ander in irgend eine Relation setzt, der denkt sich die Beziehungder Gedanken überhaupt nicht mehr in anschaulicher Form, sonderndie Worte sind ihm zu Vertretern zahlloser Gedankenverbin-dungen geworden, die alle zum Gebrauche des Bewusstseins be-reitliegen, ohne dass noch eine einzige unmittelbar anschaulichwürde.«

5. Diese Anschauung nun halte ich für gänzlich unrichtig. Undich stelle ihr gegenüber die These auf: Nicht der Stoff unter-scheidet beide Arten des Denkens; vielmehr gibt es keinenSatz, der nicht sowohl anschaulich als begrifflich gedachtwerden könnte. Der Unterschied beruht aber auf der Artund Weise, wie sich der Geist jedesmal zu den Gegen-ständen seines Denkens stellt. Nämlich: die Begriffe sind,wie wir schon einmal mit Berkeley und Schopenhauer sagten,eine Art Algebra der Vorstellungen. Eine algebraische Operationaber, auch dies wurde schon damals angedeutet kann keinschlechterdings neues Ergebnis liefern, sondern dieses beruht auf jenenconcreten Werten, für welche die algebraischen Zeichen eingesetztwurden. Diese sind deshalb vortrefflich geeignet, mitgegebenenWertenrasch und leicht zu operieren. Sowie aber ein wirklich neuer Ge-danke eingeführt werden soll, muss er sowohl, wie auch alle jeneanderen Gedanken, zu denen er in eine neue Beziehung gesetztwerden soll, in ihrer anschaulichen Form gedacht werden; undzwar gilt dies natürlich ebensowohl von der wirklich spontanen

1 ) Locke, a. a. O. IV. 5, 4.

2 ) Wundt, a. a. O. pag. 75-