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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
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Vorstellungen denken. Und wie viele Dinge gibt es, die wir allenur schwer ausdrücken können ? Jedermann, der sich in hypochon-drischen Stimmungen befunden hat, wird sich erinnern, wie spärlichund dürftig uns der Bericht erscheint, den wir dem Arzte gebenkönnen, verglichen mit all den feinen Symptomen, über die wirvielleicht lange Zeit gegrübelt haben? Endlich, wie viele Feinheitengibt es nicht in Gesichtern, Züge und Mienenspiel, die wir sehrwohl auffassen, und mit ähnlichen oder unähnlichen vergleichenkönnen, ohne dass uns für diese Nuancen irgend welche sprach-lichen Ausdrücke zur Verfügung stünden ? Diese Betrachtungendürften für unsere Zwecke vorläufig genügen.

4. Wenn nun diese eine extreme Ansicht, als könnten wirnur discursiv denken, unrichtig ist, so ist doch die entgegengesetzteextreme Ansicht, als könnten wir nur intuitiv denken, um nichtsrichtiger. Auch widerspricht sie so sehr dem Augenschein, dass siein neuerer Zeit kaum ernstlich vertreten wurde. Auch der Satz desAristoteles'): »Kai voeiv oux eociv üvsv cpavräauacos« wird nichtin diesem Sinne, sondern mit Beschränkung auf die Gattungsbegriffezu verstehen sein; lautet er doch in anderer Form-): C H de ^ivijurj-/.cd f] tüv vorpcwv ovv ävev cpavcaauaciig eaciv. Jedenfalls aber wäreer in solcher Allgemeinheit falsch, ausser man deutete ihn auf dieanschaulichen Begriffscorrelate. Denn auf diese bezogen ist er aller-dings richtig. Doch sehen wir hier von denselben ab. Denn untereinem anschaulichen Denken verstehen wir ein Denken in anschau-lichen Einzelvorstellungen. Und dass nun ein solches nicht immervorhanden ist, geht wohl zur Genüge daraus hervor, dass ihr Vor-kommen beim Denken von den vorhin erwähnten Denkern voll-ständig geleugnet werden konnte.

Unter diesen Umständen bleibt somit noch die dritte Ansichtübrig, dass also unser Denken sowohl intuitiv als auch discursivverlaufen könne. Und diese Meinung darf wohl auch als die herr-schende angesehen werden. Nun aber erhebt sich erst die wichtigeHauptfrage: wodurch nämlich diese Verschiedenheit unseresDenkens bedingt sei? Und da hat denn auch die communisopinio sofort eine Antwort bei der Hand, welche von ihr als ganzselbstverständlich angesehen wird. Die Antwort besagt: DerUnterschied ist bedingt durch den jeweiligen Gegenstand

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') Aristoteles, Usqi fXYi)^rjg xai äraf-ivyjascoe c. I, pag. 449 b, 31 ff.*) Aristoteles, ibid.