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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
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diesem Falle lediglich auf den Nachweis zu beschränken, dass dasDenken in vielen Fällen nicht ausschließlich in Worten verlaufe.Indes ist auch die Behauptung selbst unrichtig. Und indem wirdies darthun, ersparen wir uns auch den angedeuteten Nachweis.Vorher wollen wir aber noch ein Übriges thun und einige gegnerischeBeweisgründe widerlegen.

Da ist zunächst eine sonderbare Argumentation, die Stein-thal für seine Ansicht beibringt. Er weist nämlich darauf hin, dassdas lautlose Memorieren von Gedichten von den entsprechendenInnervationsempfindungen begleitet sei. Was aber beweist dies?Nur, dass, wenn wir Worte denken, es auch in Worten geschehe.Wer aber hätte dies jemals bezweifelt? Ein Gedicht ist ja docheine Kette von Worten. Wenn wir nun auch im Stande wären, denInhalt des Gedichtes in anschaulichen Vorstellungen nachzudenken,so wäre dies doch nicht das Gedicht selbst. Es zeugt also nurvon einer bedeutenden Begriffsverwirrung, wenn die Behauptung,dass wir immer in Worten denken, dargethan werden soll durchden Hinweis darauf, dass wir dann in Worten denken, wenn wirWorte denken.

Weiter hat Max Müller 1 ) in humoristisch sein sollender Weiseseine Gegner gleichsam zum Zweikampf herausgefordert und zurAnstellung eines Experimentum crucis provociert. Er meint nämlich,man solle nur einmal versuchen, »Hund« zu denken, ohne an dasWort »Hund« zu denken, man werde sich überzeugen, dass diesunmöglich sei. Nun können wir uns zweifellos einen Menschen vor-stellen, ohne seinen Namen zu kennen, und auch ein Thier einerGattung vorstellen, deren Namen wir nicht wissen. Und diesesExperiment sollte doch vernünftiger Weise genügen. Die Aufforde-rung Max Müllers wird aber wohl am besten durch eine Anekdoteillustriert. Es war einmal ein Mann, der sich bereit erklärte, Unter-richt im Goldmachen zu ertheilen. Nachdem ein wissens- und gold-begieriger Schüler sein Lehrgeld erlegt hatte, eröffnete ihm derWundermann Folgendes: Nimm 2 Theile Kupfer und 2 TheileZinnober und 1 Theil Blei, lege sie in einen Tiegel und schmelzedas Gemenge. Dann rühre den Tiegel mit einem Holzstäbchen eineViertelstunde um, und du wirst lauteres Gold erhalten, unter einerBedingung: dass du während des Rührens nicht an ein Nilpferddenkst. Hoch erfreut eilte der Schüler ans Werk. Aber nach vielen

*) Max Müller, a. a. O. pag. 52 ft.