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ob und wann das Denken von Worten begleitet ist, sondern viel-mehr um die Frage, ob und wann dabei anschauliche Vorstellungenauftreten. Und deshalb können wir unser nächstes Problem alsoformulieren: Wann geht unser Denken in anschaulichen Vor-stellungen vor sich, und wann nicht?
3. Und hiemit haben wir eigentlich die Fragestellung schonso verrückt, dass der eine der in dieser Sache möglichen drei Stand-punkte in der Art, wie er meist vertreten wird, unhaltbar erscheint.Ich meine die Ansicht, dass unser Denken immer in Worten vor sichgehe. Für diese Ansicht, welche das sogenannte verbuni mentaleder Scholastik' für ein unentbehrliches Element des Denkens er-klärt, treten viele Denker ganz verschiedener Richtungen ein. Sosagt schon Plato 1 2 3 4 ): » Ouy.ovv diävoia /usv v.ai Xöyog zavzov nXqv 6luv ivzog zqg xpvyrqg icobg autijv diäXoyog ävev (pcovfjg yiyvbf.iEvogzovz’ auzo fjulv sftiovo[.iäalh] Siavoia ... To (f ä?z sxeiviqg üevuocötä zov ozöuazog lov f.iszcc (pd-öyyov yMv.Xqzai Xöyog .« Dann Leibniz -):»Hoc unum mc male habet, quod nunquam a me ullam veritatem agnosciinveniri probari animadverto nisi vocabulis vel aliis signis in animoadhibitis. Imo si characteres abesseut, nunquam quidquam distinctccogitarcmus neque ratiocinaremur .« So sagt auch Schleiermacher 8 ):»Denken und Sprechen sind völlig eins . . . innerlich ist jeder Ge-danke ein Wort.« Herbart 4 ) und Steinthal 5 6 ) erklären Sprechenund Denken für unzertrennlich. J. St. Mill °) sagt: »Wir denkenin allgemeinen Namen.« Endlich hat Max Müller 7 ) die Behaup-tung aufgestellt: Denken ohne Worte ist unmöglich, und diesenGedanken, dessen Durchführung das ganze Buch: »Science of
thought « gewidmet ist, für eine der wichtigsten Errungenschaftenmoderner Psychologie, ja geradezu für einen Wendepunkt derganzen Philosophie erklärt.
Nun ist schon durch die frühere Erörterung dargethan worden,dass diese Ansicht in ihrer gewöhnlichen Ausdrucksweise unsere Fragewenig berührt und sogar, wenn sie richtig wäre, ein Denken inanschaulichen Bildern nicht widerlegen würde. Wir hätten uns in
1 ) Plato, Sophistes, pag. 263 in fin.
2 ) Leibniz, ed. Erdmann, pag. 77.
3 ) Schleiermacher, Dialektik, pag. 449.
4 ) Herbart, Werke. VII, pag. 320.
5 ) Steinthal, Abriss der Sprachwissenschaft. I, pag. 47.
6 ) J. St. M i 11, a. a. O. pag. 389.
7 ) Max Müller, a. a. O. pag. 28.