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Spur desselben aufweisen. Dieser Mann hat einen Faustschlag er-halten. Ergo muss dieser Mann die Spuren aufweisen.
Nun scheint es mir klar, dass diese Major nicht ein Gedankeist, der von den in Minor und Conclusio ausgesprochenen Gedankenverschieden wäre, sondern dass sie bloß dieselbe Ideenverbindung,die sich in dem Fortschritt von der Minor zur Conclusio kundgibt,noch einmal enthält, aber nicht als einmaliges psychologisches Er-eignis, sondern als allgemeine Regel. D. h. aber genau gesprochen:die beiden Vorstellungen, welche der Minor und Conclusio ent-sprechen, — Faustschlag und Beule — sind hier bereits in eineeinzige Gesammtvorstellung — Beule des mit der Faust Geschlagenen— zusammengefasst. Mit anderen Worten, jene Erkenntnis, die durchden Fortschritt von der Minor zur Conclusio erst gewonnen wird,ist in der Major bereits in einer fertigen und erstarrten Form ent-halten. Es besteht also psychologisch die Gleichung:
Minor + Conclusio = Major.
Nun ist aber evident, dass, wenn die Minor ein augenblick-liches empirisches Datum ist, gerade diese Major dem Subjecte niein den Sinn kommen kann, ehe ihm die Conclusio eingefallen ist.Das Verhältnis stellt sich somit so dar: die Minor erweckt asso-ciativ die Conclusio. Hiemit ist der eigentliche Schlussprocess ab-geschlossen. Die Major ist nur eine nachträgliche Bestätigung, mitder die objective Giltigkeit des vollzogenen Schlusses gemessenwerden kann. So ergibt sich, dass die Major für die psychologischeThätiglceit des Schlusses unwesentlich ist, wichtig aber nur für seinelogische Richtigkeit. Es bleibt also dabei, dass der Schluss, wenner empirisch stattfindet, ein zweigliederiger Vorgang ist, in welchemeine neue Vorstellung durch eine alte associativ erzeugt wird.
4 . Nach diesen Erläuterungen noch ein paar Zeugnisse, diemit meiner Anschauung darin übereinstimmen, dass sie den Schlussfür einen Associationsvorgang halten, der von einer bekannten zueiner unbekannten Einzel Vorstellung fortschreitet.
Schon der Renaissance - Philosoph Bernardino Telesio er-klärt 1 ) »die Erkenntnis für ein Vermögen, die unbekannten Eigen-schaften und Bedingungen der Dinge zu entdecken . . . Schliessenheißt nur auf die gedachte Weise die fehlenden Eigenschaften er-kennen«. Dann findet man ihrer Art ausgezeichnete Darlegungen
*) Hoffding, a. a. O. pag. 106.