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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
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es als Sinnesempfindung, sei es als Erinnerungsbild gegebenesein. Mit anderen Worten, wir können den Schluss definieren als»den in zwei Sätzen auftretenden sprachlichen Ausdruckfür ein durch Association verbundenes Vorstellungspaar,von denen die zweite neu ist und als eine Überzeugunggedacht wird.«

3. Nun hat aber der Leser lange genug den Kopf geschütteltund gefragt, seit wann denn der Schluss zweigliedrig sei, da er dochin allen Handbüchern gelesen, zu einem gütigen Schlüsse seien zweiPrämissen und eine Conclusio erforderlich? Nun, da will ich zunächstein bemerkenswertes Zeugnis anführen. In seiner Logik sagtWundt 1 ): »So kommt es, dass überall, wo die Verbindungen leichtsich vollziehen, unser psychologisches Denken eine der Prämissendes Schlusses unterdrückt.« Dieses Zeugnis gibt wohl schon allein zudenken. Doch es ist nicht vereinzelt. Binet, dessen Schlusstheoriewir gleich kennen lernen werden, und der dabei auf die Drei-gliedrigkeit das größte Gewicht legt er selbst bezeichnet seineAnsicht als die Theorie d'iuic Operation a trois termcs führt ein-mal 2 ) unbewusste Schlüsse von Kranken an und gibt sie in dernatürlichen und einfachen Form des »psychologischen Denkens«.So liest man: Ich habe ihm einen Faustschlag gegeben alsomuss er die Verletzung davon aufweisen; oder: es ist spät alsohabe ich Hunger. Niemand wird leugnen können, dass man imLeben wirklich so schließt; aber niemand wird auch leugnen können,dass diese Schlüsse zweigliedrig sind. Auch ist es klar, dass siesich unserer Definition fügen: die Vorstellung des Faustschlages istdie empirisch gegebene Prämisse; diese Vorstellung zieht die desblauen Fleckes associativ nach sich; und indem diese bisher unbe-kannte Thatsache bejaht wird, zeigt sie sich als eine wahre Con-clusion.

Wie steht es aber mit der angeblichen Unentbehrlichkeit derzweiten Prämisse? Zunächst ist es klar, dass die wirklich nachweis-bare Prämisse aller angeführten Beispiele der sogenannten Minorder traditionellen Schlussfolgerung entspricht. Was fehlt ist hin-gegen die sogenannte Major. Wie müsste nun die Major und über-haupt der ganze Schluss im Falle des zuletzt angeführten Beispieleslauten? Offenbar so: Wer einen Faustschlag erhalten hat, muss eine

l ) Wundt, Logik, pag. 68.

! ) Binet, a. a. O. pag. 152.