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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
Entstehung
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hätte. Sofort wird nun der neue Eindruck des verkohlten Strunkesdiese Erinnerung in ihm wachrufen und seine Phantasie wird sehen,wie der Blitz auch diesen zweiten Baum fällt und verkohlt. Undwenn keine gegentheiligen Erfahrungen vorhanden sind, so wirddieses Bild seiner Phantasie mit seinem Bewusstseinsinhalt überein -stimmen und sich in ihr fixieren. Und so wird er zu der Über-zeugung gelangt sein: auch dieser Baum wurde von einem Blitzgefällt und verkohlt.

Dürfen wir aber diesen Vorgang als einen Schlussprocess be-schreiben? Ich glaube nicht. Was sich abgespielt hat, ist vielmehreine Association. Eine sinnlich gegebene Vorstellung hat eineandere wachgerufen. Und diese beiden Gesammtvorstellungen würdennur in der Sprache durch die beiden Sätze ausgedrückt werden:Hier steht ein verkohlter, zerspaltener Stamm; also hat ihnder Blitz getroffen. Dieser sprachliche Ausdruck aber wäre einSchluss.

2. Diese Auslegung sieht einigermaßen gewagt aus. Ich willversuchen, sie durch Einschränkungen und Erläuterungen zu stützenund zu sichern.

Vorerst behaupte ich nicht, dass der sprachliche Ausdruckfür jede Ideenassociation ein Schluss sei. Es ist vielmehr schon ebeneine Bedingung angedeutet worden. Das zweite Glied darf nichtein beliebiges Urtheil sein; es muss vielmehr, um die Conclusioeines Schlusses zu bilden, ein Überzeugungsurtheil sein. Wenn ichsage: Dies ist der Schlossgarten; da habe ich als Kind gespielt, soist dies gewiss kein Schluss. Denn der Satz: »Hier habe ich alsKind gespielt« ist nicht ein Überzeugungs-, sondern ein Mittheilungs-satz; er enthält unter gewöhnlichen Umständen keine Behauptung.Andern wir aber einmal diese Umstände ab: nehmen wir an, meineErinnerung an die Jugend sei zweifelhaft geworden, und erst durchden erneuten Eindruck werde sie wieder wachgerufen. Dann ent-hält derselbe Satz eine Behauptung und lautet dann: »Hier ist derSchlossgarten, also hier habe ich als Kind gespielt.« Und damitist auch die äußere Form eines Schlusses hinzugetreten.

Wir können aber auch diese selbe Bedingung anders aus-dnicken. Die associativ erweckte Vorstellung muss, um als Über-zeugung gedacht zu werden, bis dahin unbekannt gewesen sein.Denn wäre sie eine schon von vornherein gegebene, so wäre füreinen Act des »Anerkennens« jetzt kein Raum. Andererseits mussdie erregende Vorstellung, eben als solche, eine empirisch sei