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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
Entstehung
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Zuerst ein Wort über die Bezeichnung des Subjectbegriffes.Würde als Subject dieser oder jener Karpfen stehen, so wäre dieseszweifellos ein Einzelurtheil. Aber Sigwart 1 ) hat überzeugend dar-gethan, dass dieser Charakter sich nicht ändert, wenn ich nun zuden Urtheilen fortschreite: Dieser und jener Karpfen sind beschuppt,drei Karpfen sind beschuppt, einige Karpfen, viele Karpfen, alleKarpfen sind beschuppt. Dieses letzte, gemeinhin als begrifflichuniversal bezeichnete Urtheil ist in Wahrheit ein empirischplurales: es handelt gar nicht von dem wissenschaftlichen BegriffeKarpfen, sondern nur in abgekürzter Form von einer unbegrenztenAnzahl einzelner individueller Karpfen. Der Begriff Karpfen ist alsonicht durch »alle Karpfen«, sondern einfach durch »der Karpfen«zu bezeichnen. Dass dies mit dem Sprachgefühl übereinstimmt, er-hellt auch um noch einmal auf den berüchtigten Centaur zurück-zukommen daraus, dass man wohl sagen kann: der Centaur istzur Hälfte ein Pferd (das gehört zu den Merkmalen des BegriffesCentaur) nicht aber: alle Centauren sind zur Hälfte Pferde, wassich auf alle einzelnen Individuen beziehen und deshalb unsinnigsein würde.

Das Wichtigste aber, wie gesagt, ist uns hier die Form derAussage. »Der Karpfen ist beschuppt« ist nämlich der Form nachein modificatorisches, »der Karpfen ist ein Fisch« ein contamrnatorisches Urtheil. Es sieht so aus, als ob das erste Urtheilden Hörer auffordern sollte, einen unbeschuppten Karpfen inseiner Phantasie mit Schuppen zu bekleiden, und als ob das letzteUrtheil ihn anweisen sollte, mit der Vorstellung eines Karpfens auchdie eines Fisches zu verbinden. Allein beides ist offenbar nur einSchein. Denn, wie schon hinreichend dargethan, kann sich niemandden Begriff eines Karpfens, weder mit noch ohne Schuppen, wederals Fisch, noch als Nicht-Fisch vorstellen. Also weder die Identitätdes Wortes Karpfen, noch die Identität der Aussageform darf unsdaran irre machen, dass der wissenschaftliche Begriff, d. h. derconstante Complex von Qualitäten, von den Individuen, denen jeneQualitäten zukommen, durchaus verschieden ist.

15. Von diesen Urtheilen über Begriffe sind aber die Urtheilein Begriffen scharf zu unterscheiden. Ich verstehe darunter solcheUrtheile, welche nicht mehr anschauliche Vorstellungen auslösen,sondern einfach mechanisch und äußerlich aufgefasst werden, Urtheile

*) Sigwart, a. a. O. pag. 209ff.