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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
Entstehung
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theile: »Alle Menschen sind sterblich« und »Es gibt nicht unsterb-liche Menschen« seien identisch, als richtig nicht anerkennen kann.Denn hier werden zwei verschiedene Gesammtvorstellungen ver-tauscht. Die eine hat zum Inhalt etwa eine Unzahl von alternden,kränkelnden, sterbenden Menschen und wird bejaht; die andere hatzum Inhalt etwa einen uralten, dabei aber noch immer jugend-frischen Greis, und wird verneint. Es ist übrigens selbstverständ-lich, dass diese anschaulichen Vorstellungen nur beispielsweise ein-geführt wurden.

Auch glaube ich nicht, dass diese Transformationen gerade inExistenzialsätze erfolgen müssten. Denn in unserem Bewusstseinfinden sich ja auch Vorstellungen wohl aufgenommen und einge-gliedert, denen keineswegs eine reale Existenz entspricht, so z. B.die des Centauren, über deren Beziehung zum Existenzbegriff nunwohl schon genug gestritten ist. (Dies steht keineswegs im Wider-spruche mit der Thatsache, dass der Inhalt einer jeden Vorstellungals ein existirender in ihr enthalten ist, gilt dies doch sogar vonabgelehnten und verneinten Vorstellungsinhalten.) Vielmehr müssteeine solche Transformation von Überzeugungsurtheilen m. E;. eigent-lich so geschehen:..

Der Mensch ist sterblich = Die Vorstellung: »Sterblicher Mensch«stimmt mit meinen Erfahrungen.

Der Mensch ist nicht unsterblich = die Vorstellung: »Unsterb-licher Mensch« stimmt nicht mit meinen Erfahrungen.

Ich sage: der Mensch, nicht: alle Menschen, weil ich sonst denSatz mit Sigwart für ein plurales Urtheil hielte. Doch dies erfor-dert eine besondere Erörterung, und überhaupt ist es Zeit, die an-schaulichen Vorstellungen zu verlassen und noch vor Schluss diesesAbschnittes kurz die Frage zu berühren, wie es mit den soge-nannten Begriffsurtheilen bestellt ist.

14. Die Eintheilu.ng der Urtheile in Einzel- und Begriffsurtheileist an und für sich eine ganz selbständige und durchkreuzt sich mitder in Mittheilungs- und Überzeugungsurtheile. Daher gibt esprincipiell ebensogut Begriffsurtheile, die nicht Überzeugungsurtheile,wie Überzeugungsurtheile, die nicht Begriffsurtheile sind. Wennz. B. jemand fremde Länder erforschte, dort neue Thiergattungenentdeckte und von diesen dann zu Hause Beschreibungen lieferte, sowürde er dabei Begriffe bestimmen , ohne eine Behauptung aufzu-stellen, ohne einer Überzeugung Ausdruck zu geben, sondern einfachin der Absicht der Mittheilung. In der Regel aber sind die Begriffe