es ist kalt, mich hungert, mir ist unwohl. Hier setzt das anthro-pomorphische Denken ein Agens, ein Subject voraus, findet es nichtund lässt es unbestimmt. Denn zu jeder subjectiven Affection wirdursprünglich ein objectives Afficiens postuliert. Endlich werden auchBlitz, Donner und Hagel als Wirkungen aufgefasst, und ihre un-bekannte Ursache als das unbestimmte »es« bezeichnet.
Man sieht wohl, dass diese Sätze gegen die Nothwendigkeitvon Subject und Prädicat nichts beweisen können.
7. Nun kommen wir dazu, unsererseits ein Princip der Zer-legung von Gesammtvorstellungen namhaft zu machen. Und damöchte ich zunächst im allgemeinen sagen: Die Theile der Gesammt-vorstellung werden ursprünglich nach der Reihenfolge ihrer Wichtig-keit aufgezählt, und zwar ohne Rücksicht auf ihre Zahl. Allein dasWort »Theile« ist unbestimmt und vieldeutig, und vielleicht schonzu lange haben wir es versäumt, eingehend darzulegen, in welchemVerhältnis die Elemente zu dem Ganzen stehen und stehen können.Hiezu wird es aber am dienlichsten sein, im einzelnen die verschie-denen Möglichkeiten zu betrachten, wie eine zusammengesetzte Vor-stellung aus Einzelvorstellungen aufgebaut werden kann. DiesePrincipien, nach denen die Synthese im Hörer erfolgen kann, mussdann auch für die Analyse im Sprecher maßgebend sein. Endlichwerden wir dann für unsere Anschauungen Verificationen thatsäch-licher Natur beibringen.
Ein Aufbau zusammengesetzter Vorstellungen . aus einfachenkann im Ganzen nach drei Principien vorgenommen werden : 1. DurchAbänderung, Modification; 2. durch Nebenordnung, Coordination;3. durch Verschmelzung, Contamination,
Ad 1. Beispiele für die Modification sind: Die Blätter sindgelb geworden; der Hund lief davon; der Adler fliegt; der Bach istschmutzig; dieser Mann hat einen Buckel; die Fenster waren vonSpiegelglas.
In allen diesen Fällen wird eine bekannte Vorstellung modi-ficiert, indem gewisse Elemente eliminiert und durch andere ersetztwerden, nämlich: das Grün der Blätter, die Ruhelage des Hundesund des Adlers, die helle Farbe des Baches, der gerade Rückendes Mannes, die Abtheilung der Fenster in Theilscheiben. Es istweiter klar, dass wir diese Modification meist, je nachdem sie einedauernde oder eine vorübergehende ist, durch Adjectiva mit Copulaoder durch intransitive Verba ausdrücken. Diese Regel wird am deut-lichsten in Fällen wie: der Baum grünt, die Tapete ist grün. Dort