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Dies sind aber lauter Processe, die ich in mir nicht constatieren.kann. Vielmehr bin ich mir bewusst, dass die Vorstellung desHauptplatzes ein ganz ebenso einfacher und wesentlicher Bestand-theil der Gesammtvorstellung ist, wie die des C oder die des D.Ich kann demnach den Subjects- und Prädicatsvorstellungen keinebevorzugte Stellung einräumen. Ich glaube vielmehr, dass sich das-Gesetz der Dualität einschränken lässt auf die ebenso selbstverständ-liche wie inhaltsleere Behauptung: aus der Zerlegung einer Gesammt-vorstellung müssen mindestens zwei Einzelvorstellungen hervor-gehen.
Aber nicht einmal das könnte zugegeben werden, dass diesezwei Elemente des einfachen Urtheiles immer in dem Verhältnis vonSubject und Prädicat stehen müssen. Und hiefür bietet die Syntaxder Kindersprache und vieler unentwickelter Sprachen hinreichendeBelege.
Beginnen wir mit der Kindersprache. Steinthal hat folgendeSätze als die ersten an seinem eigenen Kinde beobachtet J ): MamaBaba — Ich will bei der Mutter schlafen; Kuke-Tata = Die Tantehat mir Kuchen geschenkt; Papa-Hut = Der Vater hat einen Hutauf; Dat-Huhu = der Soldat sitzt zu Pferde; Nanni-Dlil = Nanniholt Milch (um deren Abwesenheit zu erklären). Ich glaube, es-ist klar, dass in solchen Fällen das Urtheilen nicht mit einerPrädication beginnt, sondern dass einfach die am meisten hervor-stechenden Elemente einer Gesammtvorstellung, ohne jede Rück-sicht auf das, was wir ihre grammatische Beziehung nennen würden,aufgezählt werden.
Denselben Schluss lassen die primitiven Sprachformen zu. Eswurde schon früher darauf hingewiesen, dass zugestandenermaßendie Sprache mit Wurzelsätzen beginnt, die ein einheitliches Ganzes-ausdriicken, ohne dass man Nomina und Verba unterscheidenkönnte — ähnlich dem Wau-Wau der Kinder, das ebenso Hundwie Bellen bedeuten kann — und auch darauf, dass diese Differen-zierung im Chinesischen noch immer nicht eingetreten ist.
Aus diesem Stadium entwickeln sich nun einerseits die poly-synthetischen Sprachen der nordamerikanischen Indianer undder Eskimos, wo alle Elemente eines Satzes in ein neues Wort zu-sammengefasst werden, so dass hier auch lange Sätze noch in derForm von syntaktisch ungegliederten Einheiten erscheinen. Z. B.
’) Steinthal, a. a. O. pag. 399ff.