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deren Gesetzen unterworfen ist, ist klar. Keineswegs genügt dazu dieAssociation von Einzelvorstellungen und Worten. Denn die Auflösungeiner Gesammtvorstellung in Theilvorstellungen ist keine selbstver-ständliche Sache. Dies wird deutlich an folgender Thatsache:Wenn wir eine fremde Sprache erlernen, so genügt es nicht, eineausgebreitete Vocabel-Kenntnis zu erwerben, welche die Einzel Vor-stellung mit dem Worte verknüpft. Es gehört vielmehr Übungim Sprechen dazu. Diese Übung ist aber nichts anderes als dieAneignung der Gewohnheit, Gesammtvorstellungen nach gewissenRegeln in Theilvorstellungen zu zerlegen, und ein unendlich reichesund feines Associationsspiel auszubilden, welches diese Umsetzungautomatisch vorzunehmen gestattet. Diese Regeln im einzelnen sinddie Sprachgesetze. Unsere Aufgabe an dieser Stelle ist nur, fürdiese einzelnen Regeln gewisse allgemeine Gesichtspunkte aufzu-stellen.
Da möchte ich denn zunächst jenen Gedanken besprechen,den Jerusalem in seinem Buche »Die Urtheilsfunction« aus-führt, und der als der eigentliche Grund- und Hauptgedanke diesesganzen Werkes zu bezeichnen ist. Der Verfasser legt ihn also dar x ):»Durch das Urtheil wird der ganze Vorstellungscomplex, der un-zergliederte Vorgang, dadurch geformt und gegliedert, dass derBaum (der Typus des Subjectes) als ein kraftbegabtes, einheitlichesWesen hingestellt wird, dessen gegenwärtig sich vollziehende Kraft-äußerung eben das Blühen ist. Die Function des Urth eilens ist so-mit nicht sowohl ein Trennen oder Verbinden, sie besteht vielmehrin der Gliederung und Formung vorgestellter Inhalte.« Nun mussich sagen, diese anthropomorphische Formung kann das specifischeWesen des Urtheils unmöglich ausmachen, weil sie 1. auch außer-halb des Urtheils sich findet, und 2. nicht in allen Urtheilen vorsich geht. Der richtige Kern dieser Ansicht ist vielmehr jene Er-kenntnis, die schon Max Müller ausgesprochen hat, wenn er * 2 )von »jener radicalen Metapher« redet, »die uns von Objecten denkenund sprechen lässt, als wären sie Subjecte wie wir selbst«. Es istauch gar nicht nothwendig, auf die breite Ausführung einzugehen,die Max Müller im Folgenden diesem Satze zutheil werden lässt.Denn das ist doch wohl ein naheliegender Gedanke, dass das Ver-hältnis von Subject und verbalem Prädicat durch Übertragung von
9 Jerusalem, a. a. O. pag. 82.
2 ) Max Müller, a. a. O. pag. 303 ff.
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