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Moment nach der Zerlegung desselben. Dort steht er dunkler, hierklarer vor unserem Bewusstsein. Während des Ablaufes bleibt eruns zwar gegenwärtig, doch tritt er hinter den gerade appercipiertenElementen in die Dunkelheit zurück und bleibt nur stark genug,um das vereinende Band zu bilden, das den Zusammenhang lebendigerhält.« Endlich 1 ): »Treffender als durch die Formel einer Verbindungvon Vorstellungen zur Einheit wird also das Urtheil definiertwerden als eine Zerlegung eines Gedankens in seine be-grifflichen Bestandtheile.«
Wie wenig sich Wundt die Natur unserer anschaulichen Vor-stellungen vor Augen hält, möge noch folgendes Beispiel zeigen.Er analysiert 2 ) den Satz : »Petrus und Paulus predigten und schriebenBriefe.« Die Analyse besagt: »Der predigende Petrus, der predigendePaulus, ebenso jeder Apostel, vorgestellt in der Handlung des Brief-schreibens, bilden die vier Vorstellungen,« die als »gesonderteGesammtvorstellungen« ausdrücklich näher bezeichnet werden. Dasich nun aber dieselben in paralleler Weise zerlegen lassen, sogeschieht es, »dass zwar nicht jene vier Theile in eine einzigeGesammtvorstellung zusammenfließen, was ganz und gar unmög-lich wäre, sondern dass die vier Gesammtvorstellungen in eineneinzigen Gedankenverlauf zerlegt werden (?)«. Nun muss hier offen-bar unterschieden werden. Es ist keine angenehme Aufgabe, sichden Petrus einerseits predigend, anderseits briefschreibend vorzu-stellen, also denselben Menschen in zwei verschiedenen Thätigkeitenzweimal nebeneinander, deshalb ist auch der Satz: »Petrus predigteund schrieb Briefe« kein angenehmer Satz, wie der Hörer schmerz-lich bemerken wird. Allein es ist zweifelsohne möglich. Dagegenzwei Apostel in derselben Thätigkeit nebeneinander vorzustellen, istdie einfachste Sache von der Welt und erfordert nicht mehr An-strengung, als sich zwei Soldaten nebeneinander marschierend vorzu-stellen. Und es ist schlechterdings nicht abzusehen, warum es »ganzund gar unmöglich« sein sollte, sich die zwei Gruppen nebenein-ander vorzustellen: links zwei Apostel auf Kanzeln predigend, undrechts dieselben Apostel briefschreibend; quod erat demonstrandum.
4. Wir kommen nun zu einer wichtigen Frage: der Frage nämlichnach dem Principe, nach welchem die Zerlegung der Gesammtvor-stellung in Einzelvorstellungen erfolgt. Dass diese Zerlegung beson-
') Wundt, Logik, pag. 137.-) Wundt, Logik, pag. 58 ff.