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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
Entstehung
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in der Seele des Hörers anderes hervor als ein bestimmtes Gesichts-bild, ein bestimmtes Gehörsbild, beide innig verschmolzen mit einembestimmten Gefühl? Das eigentliche Kunstwerk ist der zu erzeugendeSeelenzustand des Hörers, der des Dichters ist das Modell, undjede einzelne Zeile, jedes einzelne Wort entspricht dem Meißel-schlage, der die plastische Vorstellung des Hörers immer feiner undfeiner herausarbeitet, sie durch Hinzufügen immer neuer Nuancendem Modelle immer genauer anzugleichen sucht! Doch kehrenwir von diesen erläuternden Abschweifungen zum Ausgangspunktezurück.

3. Neben der oben citierten Stelle in Schopenhauer kannich noch aus mehreren anderen Autoren Sätze beibringen, in welchendas Urtheil ähnlich, wie hier geschehen ist, erklärt wird. Zunächstcitiere ich Steinthal 1 ): »Es ist überhaupt hervorzuheben, dass dieZusammenstellung zweier Wörter nicht zuerst in dem Sinne statt-findet, um Subject und Prädicat zu scheiden, sondern um die ineiner Anschauung begriffenen Personen oder Dinge besondersauszudrücken.« Ähnlich Waitz 2 ): »Das sinnlich anschauliche

Bild kann unserer Auffassung wie mit einem Schlage gegeben odervon uns reproduciert werden, w r ogegen der sprachliche Ausdruckstets zur Zergliederung desselben genöthigt ist.«

Am allermeisten stimmt vielleicht Sigwart in ein paar gelegent-lichen Bemerkungen mit meiner Auffassung überein. Er sagt z. B. ä ):»Drücke ich eine von mir gemachte Wahrnehmung in den Wortenaus: Das Schloss brennt, so ist mein Ausgangspunkt das Bild desbrennenden Schlosses; in diesem erkenne ich die bekannte Gestaltdes Gebäudes und die aus demselben schlagenden Flammen; indemich diese beiden Elemente zuerst unterscheide und dann im Satzevereinige, beschreibe ich, was ich sah. Wer meinen Satz hört, musserst die für ihn durch die beiden Wörter erweckten, bisher getrenntenVorstellungen vereinigen, und erst dadurch hat er am Schlüsse dieVorstellung, von der der Sprechende ausgegangen war.« Dannwieder 4 ): »Was der Wahrnehmung gegeben ist, ist . . . das laufendePferd, das zunächst ungeschiedene Ganze zerlegen wir aber, indemwir von der Vorstellung des Subjects die . . . Thätigkeit aussonderndunterscheiden. . . . Indem wir diese beiden Elemente in unserer

) Steinthal, Abriss der Sprachwissenschaft. I, pag. 399.

2 ) Waitz, Anthropologie der Naturvölker. I, pag. 272.

) Sigwart, Logik. I, pag. 2fi.

4 ) Sigwart, a. a. O. pag. 70, 71.