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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
Entstehung
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Mehreren in das stille, lautlose Denken des Einsamen übergehenkann, leuchtet ohne Weiteres ein: es ist dann eben ein Denken inWortvorstellungen, ob man nun diese in erster Linie als Gehörs-vorstellungen oder Innervationsvorstellungen auffassen möge.

10. Ich fasse das in diesem Abschnitte Gewonnene kurz zu-sammen.

Wir sahen, wie das Wort um des Verständigungszwanges undder mangelnden Unterscheidungsgabe willen allgemein wird, d. h.ein Vehikel, das die anschauliche Einzelvorstellung des Sprecherszum Hörer hinüberträgt, ohne dass beide im Einzelnen einanderentsprechen müssten; wie auch abstracten Worten ursprünglich an-schauliche Einzelvorstellungen entsprachen; wie im Geiste desSprechers anschauliche Begriffscorrelate entstanden; wie endlichauch ein unanschauliches Denken ermöglicht wurde. So haben wirerkannt, dass alle diese Formen des Denkens unmöglich wären ohnedas Vorausgehen der Sprache.

Wir haben auch eine zwischen Conceptualismus und Nomi-nalismus vermittelnde Anschauung gewonnen. Wir konnten dasVorkommen allgemeiner Vorstellungen nicht leugnen, sprachen ihmaber jede weittragende Bedeutung für das Denken ab, da wir ihreBindung an Worte aufzeigten ; anderseits mussten wir ein Denkenin allgemeinen Worten constatiren, behaupteten aber vorgreifend,dass es nicht die wichtigste Form des Denkens sei.

Die Hauptfrage konnten wir aber hier noch nicht entscheiden,bloß formulieren. Sie lautet: Denken wir in anschaulichen Einzel-vorstellungen oder in allgemeinen Worten ? Ehe wir zu ihrer Beant-wortung schreiten können, müssen wir aber erst die höheren Formendes Denkens, Urtheil und Schluss, betrachten.

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