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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
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allemal erweckt zu werden, wenn ein Individuum dieser Classe, undnur dieser Classe, sich unserer Erinnerung oder Erfahrung darbietet.«Wäre dem so, dann wäre ein allgemeiner Name, der keinen Einzel-vorstellungen entspricht, nichts als Schall und Rauch. In Wahrheitberuht die Brauchbarkeit allgemeiner Namen zum Behufe des be-grifflichen Denkens gerade darauf, dass sie unter einander Asso-ciationen eingehen, welche denen der von ihnen repräsentiertenEinzelvorstellungen entsprechen. Auf diese Weise wird, mit Ber-keley zu sprechen *), eine begriffliche Algebra geschaffen, ein Systemoder Netz von Vorstellungssymbolen, in das jeder bekannte. Namesich einfügt, dessen Beziehungen zu anderen Begriffen dann mühelosund gleichsam mechanisch oder automatisch, bloß nach den fertigenAssociationen, ohne auf die wahren Beziehungen der Einzelvorstel-lungen zu recurriren, festgestellt werden können. Hiezu vgl. Wundt * 2 ):»Wer den Begriff »Hund« dem Begriffe »Thier« unterordnet, derdenkt sich die Beziehungen der Gedanken überhaupt nicht mehr inanschaulicher Form, sondern die Worte sind ihm zu Vertreternzahlloser Gedankenverbindungen geworden, die alle zum Gebrauchedes Bewusstseins bereit liegen, ohne dass nur eine einzige unmittel-bar anschaulich würde (?).« Aber schon an dieser Stelle soll daraufhingewiesen werden, dass ebensowenig, wie eine algebraische Rech-nung, z. B. eine Ansatzgleichung, über die Beziehungen der wirk-lichen Dinge etwas neues, d. h. etwas, das in der Ansetzung nichtvorausgesetzt war, ermitteln kann, ebenso auch dieses Denken inreinen Worten nicht einen neuen Gedanken über die wirklichenDinge ergeben kann. Auch will ich vorgreifend andeuten, dassmeines Erachtens bei diesem begrifflichen Denken auch die an-schaulichen Correlate eine nicht unwichtige Rolle spielen: zur Ver-mittlung nämlich zwischen Worten und Einzelvorstellungen. Wennich z. B. »1793« denke, so denke ich keineswegs alle Ereignissedieses Jahres mit; aber es haftet an dem Worte eine allgemeineGefühls- und Stimmungsnuance, die sich ungefähr mit dem Begriffe» terreur « deckt, und die sehr geeignet ist, mir die einzelnen Er-eignisse der Schreckenszeit in Erinnerung zu bringen, durch eineinnigere Association, als sie das Lernen von Daten für bestimmteEreignisse zuwege gebracht hätte.

Dass das Denken, wenn es einmal auf dieser Entwickelungs-stufe angelangt ist, leicht von dem Sprechen und Hören zwischen

') Vgl. Sch o penhauer, I, pag. 121.

2 ) Wundt, a. a. O. pag. 75.