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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
Entstehung
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schaftliche Begriffe ideale Gegenstände des Denkens sind, an sichaber der Anschaulichkeit entbehren.

Dennoch wird sich das Bedürfnis nach einer anschaulichenRepräsentanz geltend machen. Und da wird sich ein ähnlicher Vor-gang abspielen, wie er sich bei Entstehung der Substantiva abge-spielt hat. Wie nämlich »Mensch« ursprünglich der »Denkende«,»Wolf« der »Zerfleischende« heißt 1 ), so wird auch hier irgend ein»herrschendes Element« des betreffenden Qualitätencomplexes heraus-gegriffen und durch entsprechende Ergänzungen veranschaulichtwerden. Auch soll die Möglichkeit nicht geleugnet werden, dass,wo dies der Natur der Dinge nach möglich ist, mehrere solcheherrschende Elemente in eine Anschauung vereinigt werden könnenund so ein anschauliches Gebilde unter Umständen sich ergebenkann, das mit der allgemeinen Vorstellung der Conceptualisteneinige Ähnlichkeit besitzt. So mögen etwa gewisse Theile desSkelettes und gewisse Arten der Behaarung, mit den nothwendigenErgänzungen, dem Zoologen den Begriff einer Thierspecies veran-schaulichen. Nun aber entsteht die Frage, wieso man auf Grundeiner Einzel Vorstellung denken kann, ohne durch jene Einzelheiten,die gerade dieser Einzelvorstellung eigenthümlich sind, beirrt zuwerden? Hiefür scheint es zunächst einer Erklärung zu bedürfen.

Schon Aristoteles hatte gesagt, der Geometer zeichne zwarsein Diagramm in einer bestimmten Größe, denke es aber ohneRücksicht auf diese Größe voel de ov% y 7coaov. Ebenso sagtHu me 2 ): » All abstract ideas are really not hing but particular ones,considered in a certain light.« Und das ist von Neueren, z. B. vonMeinong, als eine Concentration der Aufmerksamkeit auf diegemeinsamen Merkmale bezeichnet worden. Ich glaube nicht, dassdiese Erklärung sehr tauglich ist, ihre Aufgabe zu erfüllen. Dennum , während ich das Einzelding im Geiste betrachte, meine Auf-merksamkeit auf die Gattungsmerkmale zu concentrieren, müssteich sie ja schon kennen, und wäre das der Fall, dann brauchte ichwirklich keine Einzelvorstellung, sondern es würde genügen, wennder Name der Gattung mit einem gewissen Complex von Merk-malen associiert wäre, was wir eben als unrichtig erkannt haben,da die Worte nicht Complexe von Merkmalen bezeichnen, sondernalle jene Individuen, die diese Merkmale an sich tragen.

*) Max Müller, a. a. O. pag. 417ft.; Wundt, pag. 46 ff.

2 ) Hume, a. a. O. I, p. 2, sect. III.