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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
Entstehung
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samen Merkmale, unter einem Worte zusammengefasst würden. 1 )Diese letztere Behauptung können wir aussprechen, ohne damit derFrage : Conceptualismus oder Nominalismus ? zu präjudicieren. Ver-setzen wir uns nur einmal in die Lage eines Kindes, das sprechenlernt. Die gemeinsamen Merkmale aller Männer sind ihm etwa einBart oder eine Hose. Das Kind lernt aber nicht die Bärte oderHosen als »Mann« zu bezeichnen, sondern alle mit Bärten oderHosen begabten Menschen. So sagt Berkeley 2 ): »But it seems,that a word becomcs general by being made the sign . . . of severalparticular ideas, any one of wflieh it indifferently suggests to themind.« Was hier von allgemeinen Worten gesagt wird, gilt vonallen; denn in diesem Sinne sind alle Worte allgemein mitAusnahme der Eigennamen, eben weil nicht einzelne Vorstellungenmit einzelnen Worten associiert sind.

Für diese Thatsache hat man verschiedene Erklärungen ge-geben. Die einfachste gibt Locke 3 ): »For the multiplication ofwords would have perplexed their lese, had every particular thingneed of a distinct namc . . . Language had yet a farther improve-ment in the use of general terms, whereby one Word was made tomark a multitude of particular existences.« Diese Erklärung wirdman gewiss, soweit sie reicht, annehmen können, allein sie reichtnicht gar weit. Sie zeigt wohl, dass jedes Wort eine allgemeineBedeutung haben müsse, aber sie zeigt nicht, wie eine solche zu-stande komme.

Viel feiner ist folgender Gedanke, den Taine 1 ) darlegt:Jeder Eindruck ruft in uns eine Tendenz zur Reaction hervor. Indemsich nun viele solche Eindrücke summieren, summieren sich auchdie Reactionstendenzen, und die Resultierende dieser letzteren istursprünglich das allgemeine Wort. Jedes allgemeine Wort ist daherdas Ergebnis eines »kleinen symbolischen Dramas und einer leben-digen Mimik«. Hierin liegt zweifelsohne ein Fortschritt. Aber eswird nicht klar, weshalb nicht jeder einzelne Eindruck eine Reactionim Wort hervorruft. Mit anderen Worten : Es fehlt die Verbindungzwischen dem Taineschen Princip der Reaction und dem Locke-schen Princip der Einfachheit.

*) Vgl. J. St. Mill, Examination of Sir IV Hamiltons philosophy, pag. 379.-) Berkeley, Principles of human knowledge, Introduction sect. XI.

8 ) Locke, a. a. O. III, 1, 3.

4 ) Taine, Di VintelUgen-ce. I, pag. 32 ff.