gemeinen Gesetze der »Typicität« , welches die Constanz vonOualitätencomplexen überhaupt aussagt, ganz so wie die Auf-stellung von Naturgesetzen auf dem allgemeinen Gesetze derCausalität beruht, welches die Constanz der phänomenalen Suc-cession lehrt. Wir gelangen zu solchen Begriffen durch eine eigeneMethode, nämlich durch Synthese, wie wir zu den Naturgesetzendurch die Methode der Induction vorschreiten, und verwerten dieseBegriffe durch Analyse, wie jene Gesetze durch Deduction. Unddeshalb gibt es eine Psychologie des wissenschaftlichen Säugethier-begriffes ebensowenig wie eine Psychologie des wissenschaftlichenGravitationsgesetzes. Dass wir diese Gesetzmäßigkeiten durch eigeneWorte — Säugethier und Gravitation — bezeichnen, kann hierannichts ändern. Denn diese Worte bezeichnen lediglich äußere, wennauch ideelle Dinge. Diese sind Gegenstände, nicht Elemente, oderüberhaupt Bestandtheile des Denkens. Und insofern möchte icheiner realistischen Auffassung der Universalien das Wort reden.Denn wenn wir für einen Augenblick annehmen wollen, dass derBegriff des Säugethieres eine von uns unabhängige, ewige Realitätwäre, wird es uns sofort klar werden, dass ein solcher realerBegriff sich jedenfalls in unserem empirischen Denken nicht findenkann, und dass — diese Realität zugestanden — die Frage nachder Natur unseres Denkens, unserer Erfassung dieser Begriffe, immernoch aufrecht bliebe. So aber steht es in der That: die gesetz-mäßig coexistierenden Qualitäten sind Gegenstände der äußeren,nicht der inneren Erfahrung. Nun ist freilich unser Wissen von dergesetzmäßigen Coexistenz der Qualitäten von der Qualität selbstverschieden, und setzt einen Denkact voraus, — ebenso wie unserWissen von dem Gesetze der Gravitation. Allein dieses Wissen istkeineswegs selbst ein Begriff. Es ist vielmehr — darüber kannmeines Erachtens kein Zweifel obwalten — ein Relationsurtheil,ganz ebenso wie unser Wissen von der Gravitation. Um dies nochkurz schematisch zu verdeutlichen, nehmen wir an, an der Objecten-classe O coexistierten gesetzmäßig die Qualitäten x, ß, Dann
bildet die Summe dieser Qualitäten: a + ß + y • • ■ den wissen-schaftlichen Begriff der Classe 0 und unser Wissen, dass x., ß, y . . .coexistieren, drückt sich aus in einem Relationsurtheil, dessen Sub-jecte diese x., ß, y sind, und dessen Prädicat eben die gesetzmäßigeCoexistenz, also eine Relation, ist. Auf Grund dieser Erwägungglaube ich mich berechtigt, von den wissenschaftlichen Begriffen,welche Resultate von Urtheilen sind, an dieser Stelle abzusehen,