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Zur Psychologie der logischen Grundthatsachen
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Chinesischen heute eigentlich noch der Fall ist. 1 ) Demnach wirddem wohl kein ernsthaftes Bedenken entgegenstehen, wenn mandas Wort als das erste Product der Sprache bezeichnet.

2. Schwieriger scheint die Sache in Betreff der Begriffe zu liegen.Und es liegt uns jedenfalls ob, ehe wir daran gehen, zu zeigen,wie sich die Begriffe unter dem Einfluss der Worte entwickeln, zuzeigen, dass sie überhaupt erste Elemente des logischen Denkenssind. Schwieriger insofern, als diejenigen Recht haben, die Gewichtdarauf legen, dass, um einen Begriff wie »Säugethier« zu bilden,schon eine ganze Menge von Beobachtungen, Vergleichen, Urtheilenund auch wohl Schlüssen nöthig sind. Allein auch diese Schwierig-keit ist längst aufgeklärt, oder wenigstens: die ausschlaggebende

Unterscheidung ist längst gemacht worden.

So sagt Wundt 2 ): »Wenn die Begriffe die Elemente unsereslogischen Denkens sind, so versteht es sich von selbst, dass wirmit ihnen den Aufbau der Logik beginnen müssen. Und doch istes ebenso gewiss, dass die vollendeten Begriffe der Wissenschaftalle anderen logischen Functionen voraussetzen.« Er unterscheidetnämlich »logische Begriffe« im engeren Sinne und »wissenschaft-liche Begriffe«, freilich um zu zeigen, dass die einen sich aus denanderen entwickeln. So wäre die allgemeine Vorstellung, die einLaie von einem Kameel hat, ein logischer Begriff, die Gesammtheitaller Eigenschaften des Kameels, wie sie dem Zoologen gegebenist, ein wissenschaftlicher Begriff. Und Wundt meint, von demersteren gehe die Untersuchung aus, bei dem letzteren ende sie;deshalb sei es kein Widerspruch, wenn die Begriffe auf der einenSeite als Elemente, auf der anderen Seite als Ergebnisse der Erkennt-nis behandelt werden. 3 ) Allein wir können von unserem Standpunktenoch weiter gehen. Denn die wissenschaftlichen Begriffe bildenüberall keinen Gegenstand der Psychologie, d. h. der psychologi-schen Erfahrung. Solche wissenschaftliche Begriffe sind vielmehrGesetzmäßigkeiten, nämlich Gesetzmäßigkeiten der Coexistenz vonQualitäten oder Phänomenen. Sie nehmen logisch dieselbe Stufeein wie Naturgesetze, d. h. Gesetzmäßigkeiten der Succession vonPhänomenen. Die Analogie ist hier eine vollständige. Dass wirsolche Begriffe überhaupt aufstellen können, beruht auf einem all-

') Romanes, ibid. Waitz, a. a. O. pag. 272.

2 ) Wundt, Logik I, pag. 88.

3 ) Wundt, a. a. O. pag. 89.