Dusard und der brandenb urgisehe Hof.
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sich in den Akten des Geh. Staatsarchivs zn Berlin eine daraufbezügliche Rechnung des genannten Utrechter Malers vom Jahre1647 erhalten, deren Angaben einiges Interesse beanspruchen.Man sagt, dass Honthorsts Portraits in der Regel nur geringekünstlerische Originalität besitzen, aber man vergisst hinzu-zufügen, dass dieser geschäftskundige Pinselführer für jedes dervorliegenden Brustbilder nur 32 Thlr.*), für ein Kniestück derKurfürstin 60 Thlr. und für eine ganze Figur 100 Thlr. empfing,um dieselbe Zeit, als ein Paar Büsten von Dusard mit 1500 holl.Gulden bezahlt wurde. Ich rathe daher dem freundlichen Leser,die Erklärung für gewisse massige Leistungen berühmter ältererMeister lieber einfach in den nackten Zahlen, als in den tief-sinnigen Betrachtungen, welche meine Herren Kollegen überpersönliche Lebensschicksale und vorübergehendes Nachlassen derkünstlerischen Kraft anzustellen pflegen, zu suchen. Uebrigenslässt sich aus dem Umfang dieser Gemälde auch entnehmen, inwelchem Verhältniss resp. in welcher Werthschätzung die in derRechnung einzeln angeführten Persönlichkeiten zu dem kurfürst-lichen Paare standen. An der Spitze der Beschenkten wird —mir scheint das nicht ohne Begründung — ein Graf Moritz vonNassau genannt, offenbar der neue clevische Statthalter, der„Brasilianer“.
Dusards Thätigkeit für den brandenburgischen Hof hingdagegen mit einem andern Zweck zusammen. Als nemlich daskurfürstliche Paar zum zweiten Mal seine niederrheinische Residenzaufsuchte, war in der Hauptstadt mittlerweile diejenige Anlagefertig geworden, mit welcher Friedrich Wilhelm seine junge Ge-mahlin für die Gärten und Alleen des Haag zu entschädigensuchte: Der Berliner Lustgarten. Derselbe hatte allerdingsin wesentlich anderem Zustand schon früher bestanden. Abererst jetzt erhielt er durch den verdienten Kunstgärtner MichaelHanff, dem — wie wir aus Elsholtz Beschreibung**) entnehmen —der holländische Architekt Joh. Gregor Memhard zur Seite stand,die grosse Ausdehnung und kunstvolle Bepflanzung, denen erseine Schönheit und seinen ehemaligen Ruf verdankte. Mit seinenAnnexen umfasste er das ganze Terrain nordwärts vomSchlosse biszum Zusammenfluss der beiden Spreearme. Das Schloss selbst
*) Ein wolil ganz eigenhändig gemaltes Brustbild, das die Königin von Böhmen er-hielt, steht allein mit 40 Thalern und der Bemerkung „in originael“ in der Rechnung.
**) a. a. O.