I.
Der Grosse Kurfürst und Holland.
j eber fürstliche Vermählungen spricht der Historiker zu-weilen wie von folgenreichen Kulturereignissen.
Um ein Beispiel dafür zu nennen, braucht mannicht bis auf die Zeit Kaiser Otto’s n. und seiner byzantinischenGemahlin zurückzugreifen. Haben doch auch im 17. Jahrhundertholländische Künstler, Ingenieure, Handwerker und Seeleutejenen unbequemen "Weg nach dem märkisch-preussischen Ostenhäufig eingeschlagen, den vor ihnen eine neunzehnjährige Oranierin
betrat. Die Früchte der Fähigkeit und des Fleisses dieser Leuteerkennen wir noch heute an zahlreichen besuchten Stätten unseresLandes. Vieles, was sie geschaffen, kann man sich gar nichtanders vorstellen. Und doch lagen die heimischen Verhältnissein der Jugend Friedrich Wilhelms des Grossen so, dass dasZünglein der politischen Wage, auf der auch Ehebündnisse ge-wogen werden, leicht nach Norden, Süden oder Osten hätteweisen können.
Mit einer katholischen Prinzessin österreichischer oderpolnischer Herkunft hatte es aber bei der Sinnesart des jungenMonarchen keine Gefahr. Dagegen erlebte der zunächst ganzauf sich gestellte Fürst eine Zeit, da ihm die Regierung seines
G-alland. Gr. Kurfürst und Moritz von Nassau. i