IgsggjfcSchöii während ich meine (1890) im gleichen Verlage erschieneneGeschichte der Holland. Baukunst und Bildnerei des 16. und 17.Jahrhunderts schrieb, hatte ich mir die Frage gestellt, an welchen Orten dieThätigkeit einer grossen Reihe niederländischer Kunstkräfte, die von älterenAutoren wie Houhraken, F. Nikolai u. A. mit dem Ausland in Verbin-dung gebracht werden, zu suchen sei. Die Antwort liess sich indess un-möglich im Rahmen jenes Werkes gehen; und so sparte ich mir diese, ichmuss gestehen, ebenso schwierige wie interessante Aufgabe für künftigeUntersuchungen auf. Vorläufig biete ich dem Leser eine kleine Sammlungvon Studien, die im Wesentlichen die Beziehungen des Kurfürsten FriedrichWilhelm zu Holland und zu einem fürstlichen Manne beleuchten, dem dieKultur unseres Vaterlands einst Grosses verdankte. Möchte es mir doch ge-lingen, nach und nach, der holländischen Bautechnik der Rembrandtzeitjenen Ehrenplatz, den ihr das damalige nördliche Europa freiwillig ein-geräumt, als geschichtliches Faktum wiederzugeben. Meine Quellen warenvorzugsweise das Geh. Staatsarchiv zu Berlin, das Regierungsarchiv zuFrankfurt a. 0. und einzelne Handschriften der Berliner Königl. Bibliothek;ich bemerke hierbei, dass ich im Preussischen Geh. Staatsarchiv u. a. auch dieso umfangreichen politischen Relationen der vormaligen clevischen Regie-rung, sowie der kurhrandenburgischen Residenten in Hamburg, ’s Graven-hage und Amsterdam durchgesehen habe. Von den Abhandlungen erschiendie letzte (No. 6) in etwas veränderter und kürzerer Form bereits imRepertorium für Kunstwissenschaft (XIV. Heft 2). Im Anhang habe ichF. Nicolai’s Künstler-Nachrichten (1640—1688) chronologisch anzuordnenversucht. Die Anmerkungen hierzu sollen nichts weiter als Notizen ausmeiner Studienn appe sein.
Berlin, 31. October 1892.
Georg Galland.